Zwischenbilanz zum Impfen im Landkreis Darmstadt-Dieburg

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Foto: Pixabay

Klarstellung zur Impfquote und einer angeblichen Vorratshaltung von Impfstoffen

DARMSTADT–DIEBURG (PM) – Überall auf der Welt bedeutet die Auseinandersetzung mit der Pandemie auch eine Auseinandersetzung mit verschiedenen Zahlen. Diese bieten Orientierung und stellen die Grundlage der abzuleitenden Maßnahmen dar. Eine dieser Zahlen korrigiert der Landkreis heute erneut nach oben – zu seinen Gunsten.

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Die Impfquote, die das Land Hessen für den LaDaDi ausweist, sorgt für Unverständnis bei Bürgern, aber auch beim Landkreis selbst. Aus den Medien hat der Kreis am Mittwochmorgen (21.) erfahren, dass aktuell nur rund 5 Prozent der Landkreis-Bewohner geimpft seien und dass der Kreis damit deutlich unter dem hessischen Durchschnitt liege.

Impfzahlen, Impfquote und die Abweichung der Zahlen

Noch bevor die Impfzentren im Landkreis am 9. Februar öffnen konnten, wurden bereits Landkreisbewohner im regionalen Impfzentrum in Darmstadt geimpft, das schon am 19. Januar geöffnet wurde. Wie hoch die Zahl der dort Geimpften ist, weiß der Landkreis nicht. Aus datenschutzrechtlichen Gründen hat das Land Hessen dem Kreis bis heute keine Zahlen genannt. Da diese Personen nicht in der #LaDaDi Impfstatistik geführt werden, erscheinen die Impfzahlen im Landkreis im Vergleich mit anderen hessischen Kreisen und kreisfreien Städten verhältnismäßig gering. Die in den Medien ausgewiesenen Zahlen beziehen sich daher rein auf die in unseren Impfzentren zu einem Stichtag erfolgten Impfungen und stellen auch die Leistung der Hausärzte, die bereits impfen, nicht vollständig dar. Auch deswegen erscheint die Zahl vergleichsweise niedrig. Bis Dienstagabend (20.) haben 40.857 Menschen eine Corona-Impfung in den Kreisimpfzentren in Reinheim und Pfungstadt erhalten. 15.425 Personen haben bereits die Zweitimpfung. Eine Impfquote weist der Landkreis Darmstadt-Dieburg nicht aus, sondern nur die absoluten Zahlen. „Wir können keine verlässliche Quote für den Landkreis berechnen, da uns hierzu wichtige Zahlen fehlen. Auf welcher Datengrundlage das Land die Impfquote berechnet, ist uns nicht bekannt. Wir haben auch bis heute keine Zahlen des Landes erhalten, auf deren Basis eine verlässliche Quote berechnet werden könnte“, so Landrat Klaus Peter Schellhaas. Nicht nur die Impfquote des Landkreises steht in der Kritik, sondern auch eine angebliche Vorratshaltung von Impfstoffen. Der Kreis hat zu keiner Zeit Impfstoff gebunkert. Alle Impfdosen sind terminiert. „Das Deutsche Rote Kreuz in Reinheim, die Johanniter-Unfall-Hilfe in Pfungstadt und der Landkreis tun ihr bestmögliches, um Tempo in das Impfen zu geben. Alle sind täglich mit viel Einsatz und Engagement dabei. Dafür möchte ich mich bedanken. Es muss weiter Fahrt in das Impfen kommen. Alleine schaffen wir dies nicht, dazu braucht es ausreichend Impfstoff und darauf haben wir leider keinen Einfluss“, erläutert der Landrat.

Impflieferungen, Impfstoffmengen und Impftermine

Das Land hat für Donnerstag (22.) eine Lieferung von 400 Einzeldosen AstraZeneca, 1600 Dosen Moderna und 4350 Dosen Biontech angekündigt. Sollten diese Lieferungen morgen nicht kommen, können bereits vergebene Impftermine nicht mehr durchgeführt werden, da der Landkreis über keine Reserven verfügt.

Biontech

Auf „Lager“ waren heute (21.) zu Impfbeginn knapp 1660 Dosen des Vakzins von Biontech. Heute sind damit 522 Termine geplant, morgen 556, so dass ohne die Lieferung eine Reserve von knapp 580 Dosen verbleibt. Die restlichen Impfdosen sind auch schon terminiert, am Freitag mit insgesamt 630 Terminen. Es bleibt kein Rest für den Fall, dass keine neue Impfstofflieferung kommt.  

AstraZeneca

In beiden Impfzentren gab es heute (21.) früh insgesamt 1280 Dosen des Vektor-Impfstoffes von AstraZeneca. Davon werden heute 170 Dosen verimpft. Für morgen sind 280 Termine geplant. An den Folgetagen sind bereits 850 Termine vergeben. Mit der für morgen angekündigten Lieferung des Landes von 400 Impfdosen AstraZeneca würde ein Bestand von 1060 zustande kommen.

Für diese Dosen sind bereits Termine in die Terminvergabe des Landes eingestellt. Ausfallende Termine vergeben wir kurzfristig über das Portal „Ärmel hoch im LaDaDi“. Bis  Ende April wird ein Bestand von 380 Dosen, für die heute noch kein Termin vergeben ist, erreicht. Diese werden in den nächsten Tagen vom Land noch vergeben.

Moderna

Moderna wird nur im Impfzentrum in Reinheim verimpft, dies hat logistische Gründe. Seither ist die Lieferung mit Moderna deutlich geringer als die Lieferung mit den Vakzinen von Biontech und AstraZeneca. Auch dieser Impfstoff ist verplant und wird nicht zurückgehalten. Zu Impfbeginn heute (21.) verfügte der Landkreis über 580 Impfdosen, um heute 400 Termine durchzuführen.

Kommen die vom Land angekündigten Lieferungen nicht, reicht der Lagerbestand gerade einmal für einen Tag.