Sicherheitsinitiative „Kompass“ Ergebnisse der Befragung Oertshausen

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Foto: Pixabay

OBERTSHAUSEN (PM) – Seit Dezember 2019 ist Obertshausen Teil von „Kompass“. Als 65. Kommune ist die Kleinstadt mit Herz dem „KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel“ beigetreten.

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Dabei geht es darum, die Sicherheitsarchitektur individuell weiterzuentwickeln. Gemeinsam arbeiten die Partner aus Kommune, von der Polizei und aus der Bürgerschaft sowie weitere gesellschaftliche Akteure an Konzepten, die dann vor Ort umgesetzt werden sollen. Im Herbst 2020 hat die Stadtverwaltung im Rahmen von „Kompass“ Bürgerinnen und Bürger zum Thema „Sicherheit in Obertshausen“ befragt. Dabei ging es schwerpunktmäßig um das subjektiv wahrgenommene Sicherheitsempfinden. Nun liegen die Ergebnisse der Befragung vor. Ein Team der Uni Gießen (Professur für Kriminologie) hat die 186 eingereichten Rückmeldungen des Online-Kurzfragebogens ausgewertet. „Diese Ergebnisse sind für uns als Stadtverwaltung und die weitere Arbeit im Zuge der hessischen Sicherheitsinitiative enorm wichtig. Denn nur, wenn wir wissen, wo Bürgerinnen und Bürger Sicherheit vermissen, können wir die Situation vor Ort verbessern“, erklärt Obertshausens Bürgermeister Manuel Friedrich.

Obwohl es augenscheinlich nichts mit Kriminalität zu tun hat, fühlen sich Menschen in bestimmten Situationen unsicher. Sie fürchten sich beispielsweise bei verlassenen Gebäuden oder Grundstücken, Verschmutzungen und Graffiti sowie dunklen Angst-Räumen. Auch herumlungernde Gruppen, die dominant und lautstark auftreten, können Angst machen. Die Einschätzung liegt im subjektiven Empfinden der Personen.

Abgefragt wurde, welche Probleme die Bürgerinnen und Bürger als die dringlichsten Probleme in Obertshausen sehen und ob es einen Ort in der Stadt gibt, an dem sie sich unsicher fühlen. An der Kurzbefragung hat sich die Altersgruppe der 50- bis 59-jährigen Bewohnerinnen und Bewohner Obertshausens stark beteiligt, gefolgt von den 40- bis 49-Jährigen. Nur eine Person unter 24 Jahren hat an der Befragung teilgenommen. Die Verantwortlichen der Uni Gießen haben 184 Fragbögen ausgewertet. Am häufigsten bewegt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Befragung das Thema „Sicherheit in Obertshausen“ und „Straßenverkehr“. „Kriminalität wird als Sicherheitsproblem benannt, es dominieren Wahrnehmungen von Drogenhandel und -konsum, Diebstählen und Einbrüchen und recht dominant werden Serien von Fahrraddiebstählen erwähnt“, so ist es der Auswertung zu entnehmen. Als unsicheren Ort in Obertshausen benannten die Befragten unter anderem den Bahnhof mit dem gesamten Umgebungsbereich. Unsichere Ort zeichnen sich nach Meinung der Bürgerinnen und Bürger unter anderem durch Dreck, Müll, unzureichende Beleuchtung und Gestank, aber auch durch als unangemessen und bedrohlich empfundenes Verhalten von Gruppen aus.

Die Problematik „Straßenverkehr“ zeigt sich in der Befragung vielschichtig: Bürgerinnen und Bürger nennen Sorgen um die Sicherheit durch Parkverstöße und Geschwindigkeitsüberschreitungen (vor allem in 30er-Zonen). Aber auch der Lkw-Durchgangsverkehr oder Umfahrungen von Staus auf der A 3, werden als störend und gefährlich in der Stadt wahrgenommen. Konkretere Analysen zu der Situation vor Ort können im Zusammenhang mit einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung im Rahmen von „Kompass“ erfolgen. Diese ist für August 2021 in Planung. Dann können auch Rückschlüsse auf die Gesamtheit der Bürgerinnen und Bürger der Kommune gezogen werden. Die Kurzbefragung konnte jedoch schon jetzt eine Art „kurzes Schlaglicht“ auf etwaige Problemfelder hindeuten. „Wir wollen wissen, wie sicher sich die Bürgerinnen und Bürger in Obertshausen fühlen. Einige Projekte wie die Videoüberwachung am Bahnhof sind schon umgesetzt. Unser Ziel ist es, das subjektive Sicherheitsgefühl noch weiter zu verbessern. Deswegen sind wir auch froh, ein Teil von ‚Kompass‘ zu sein“, betont Manuel Friedrich. So schreiten die Planungen von „Kompass“ auch weiter voran: Den Termin und die Organisation der ersten Sicherheitskonferenz stimmen die Ansprechpartner der Stadt Obertshausen und des Polizeipräsidiums Südosthessen in Kürze ab.