Wilder Müll: Engagierte Bürger*innen packen an

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Der Münsterer Ferdinand Ries fischte auf einer seiner Wanderungen viel Müll aus der Gersprenz. (Fotos: Ferdinand Ries)

Wie vor Kurzem bereits berichtet, hat sich das Problem „wilder Müll“ in Münster durch die Corona-Pandemie spürbar verschärft. Der Bauhof hat mehr und mehr mit illegalen Müllablagerungen an Altglascontainern oder in der Natur sowie mit überquellenden Mülleimern allerorten zu kämpfen.

Das hat auch der Münsterer Bürger Ferdinand Ries bemerkt. „Ich gehe viel wandern und bin auf einer meiner Touren immer wieder an einem Bereich der Gersprenz in der Nähe der Kläranlage vorbeigekommen, an dem sich viel Müll im Wasser wie eine Art Müll-Staudamm gesammelt hatte“, berichtet er. Daher beschloss er eines Tages kurzerhand, einen Müllsack mitzunehmen und den Unrat aus dem Wasser zu fischen. Dabei kam so einiges zutage, darunter sogar zwei Flaschenpost-Nachrichten, die jedoch leider nicht mehr lesbar waren. Beim Rest handelte es sich jedoch um Müll im ganz klassischen Sinne: Plastikflaschen, Blechdosen, Verpackungen und Co.

Hohes Bewusstsein für Umweltschutz schon bei den Jüngsten
So achtlos manche Mitbürger*innen also beim Thema Müll mit der Umwelt umgehen, so engagiert sind wiederum andere wie Ferdinand Ries. Und auch schon bei den Jüngsten ist das Bewusstsein für Natur- und Umweltschutz zum Teil sehr ausgeprägt: Vor zwei Jahren berichteten wir über die drei jungen engagierten „Müllsammler“ Felicitas Rosenberger, Jonas Knapp und Giuliano Scibetta, die sich regelmäßig am Jugendtreff „Offroad“ trafen, um gemeinsam mit anderen Kindern und Jugendlichen Abfall einzusammeln. (Der Bericht über sie ist hier zu finden: https://www.muenster-hessen.de/die-saubermacher/) Damit schafften es die Freunde sogar ins Fernsehen: Primavera24 berichtete letzten Sommer über die jungen Vorbilder.

Natürlich kann und darf die Bekämpfung des Müllproblems nicht an den Bürger*innen allein hängen bleiben. „Der Bauhof der Gemeinde Münster tut sein Bestes, um dem Problem Herr zu werden“, erläutert Bürgermeister Joachim Schledt, „leider hat es in der letzten Zeit solche Ausmaße angenommen, dass nicht immer überall sofort reagiert werden kann. Für Hinweise aus der Bevölkerung sind wir daher immer dankbar. Müllablagerungen können beispielsweise über den Kümmerkasten auf unserer Webseite online gemeldet werden. Und natürlich freuen wir uns sehr über das Engagement von Einzelpersonen oder Gruppen, die selbst mit anpacken, um Münster sauberer zu machen.“

Die beliebte jährliche Müllsammelaktion der Gemeinde, an der immer zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine teilnehmen, musste im vergangenen Jahr Corona-bedingt leider ausfallen. Auch die Jugendförderung der Gemeinde Münster steht in den Startlöchern, denn das Thema Umweltschutz ist bei der jungen Generation aktuell wie nie und viele sind bereit, für ein schöneres Münster mit Kneifzange und Müllsack auf die Straße zu gehen. „Bereits Anfang des Jahres haben wir Ausrüstung fürs Müllsammeln angeschafft“, berichtet Tamara Wolf. „Leider konnten wir aufgrund der Corona-Lage noch keine Aktion mit den Kindern und Jugendlichen durchführen, hoffen aber, dass das bald möglich ist.“

Kümmerkasten der Gemeinde und App des ZAW
Wer trotz aller Appelle mal auf illegale Müllablagerungen stößt, kann diese über den „Kümmerkasten“ der Gemeinde Münster online melden: www.muenster-hessen.de/buergerservice-verwaltung/kuemmerkasten, die App kann unter dem Link heruntergeladen werden. Auch der ZAW bietet diese Funktion mittlerweile in der ZAW-App an: www.zaw-online.de/zaw-app.

(Text: PM)