„Der Green Deal für Eppertshausen wird kommen!“ : GV-Sitzung

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Das Außengelände der Kita „Sonnenschein“ kriegt für 20 000 Euro ein neues Spielgerät zum Klettern und Balancieren. (Foto: jedö)

Gemeindevertreter-Sitzung: Gemeinde soll „Bündnis Klimakommunen“ beitreten / Tongrube könnte Naturschutzgebiet „Rallenteich“ erweitern / 20 000 Euro für neues Spielgerät der Kita „Sonnenschein“

Ob es wirklich „der erste Schritt in Richtung eines ,Green Deal’ für Eppertshausen“ war, wie es der FDP-Fraktionsvorsitzende Thorsten Weber im Nachhinein bezeichnete, wird sich in den nächsten Jahren weisen. Auf jeden Fall haben in der jüngsten Sitzung der Eppertshäuser Gemeindevertretung alle Fraktionen Sympathie für einen Antrag der Liberalen signalisiert, dem „Bündnis Klimakommunen“ beizutreten und Eppertshausen zu einer Klimaschutz-Kommune zu machen. Beschlossen ist das zwar noch nicht, doch in den nächsten Ausschusssitzungen soll das Vorhaben vertieft werden. Bei anderen Themen machten die ehrenamtlichen Lokalpolitiker bereits Nägel mit Köpfen.

„Bündnis Klimakommunen“

281 hessische Kommunen gehören dem Bündnis bereits an. Damit Eppertshausen Nummer 282 werden kann, müsste die Gemeinde mit der Unterschrift einer Charta ein verbindliches Bekenntnis zur Reduzierung seiner CO2-Emmissionen abgeben. Im Gegenzug verheißt die Zugehörigkeit zum Bündnis externe Beratung bei der Aufstellung eines Klimaschutz-Konzepts. Das wiederum dient als Grundlage für Zuschüsse des Landes Hessen in bestimmte klimafreundliche Investitionen der Kommunen.

Auch wenn der Beitritt weiter beraten wird, dürfte er nur Formsache sein. Die CDU will den FDP-Antrag sogar markant ergänzen, indem sie sich für die Einstellung eines Klimaschutz-Managers im Eppertshäuser Rathaus stark macht. Einen solchen, zu 65 Prozent aus Bundesmitteln geförderten Manager hatte die Nachbargemeinde Münster bereits von Anfang 2018 bis Mitte 2020 eingestellt, initiiert von Ex-Bürgermeister Gerald Frank und der Ex-Koalition aus SPD und ALMA-Die Grünen. Derzeit ist Münster dabei, die Stelle neu zu besetzen. Eppertshausens Bürgermeister Carsten Helfmann (CDU) brachte nach der Parlamentssitzung den Gedanken ins Spiel, beim Klimaschutz-Manager womöglich eine interkommunale Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde anzustreben.

Die FDP hat der Eppertshäuser Gemeindeverwaltung derweil den Auftrag gegeben, eine detaillierte Aufstellung aller gemeindeeigenen Liegenschaften zu erstellen, aus der sich dann Informationen für ein Klimaschutz-Konzept und konkrete Ideen ableiten lassen könnten. Vertieft wird das Thema voraussichtlich in der Sitzungsperiode im Juli. Weber ist sich jetzt schon sicher: „Der Green Deal für Eppertshausen wird kommen!“

Einstige Tongrube

Bis 1988 betrieb die Firma Blaschek bei Eppertshausen Tagebau, holte Ton aus dem Boden, wodurch eine große Grube entstand. Diese ist seit mehr als drei Jahrzehnten sich selbst überlassen und hat sich auf natürliche Weise mit Wasser gefüllt. Unter anderem Exemplare der Gattung Sonnentau, einer fleischfressenden Pflanze, haben sich südlich der Grube angesiedelt. Die Grube, in der seit 30 Jahren keine Böschungsbewegung festgestellt wurde, könnte nach einem Rückbau von Gleisen, Masten und anderen Anlagen das bestehende, benachbarte Naturschutzgebiet „Rallenteich“ erweitern. Nördlich der Grube verlaufen Versorgungsleitungen der Thomashütte, die einem Gutachten zufolge jedoch keine problematischen Auswirkungen auf das Vorhaben nehmen und bestehen bleiben dürften. Die Gemeinde will ihre Absicht und ihren Kenntnisstand nun – unterfüttert mit dem Gutachten (besonders zur Standsicherheit des Nordhangs der Grube) gegenüber dem Regierungspräsidium Darmstadt kundtun.

Kita „Sonnenschein“

Die Gemeinde-Kita bekommt für ihr Außengelände ein Spielgerät zum Klettern und Balancieren, das rund 15 000 Euro kostet. Das Kita-Team hat die Kombination unter drei Angeboten ausgewählt, nachdem die Gemeinde für derlei Zwecke 20 000 Euro in den Haushalt 2021 eingestellt hatte. Weil die Montage sehr komplex ist, wird sie nicht der Eppertshäuser Bauhof, sondern der Hersteller des Geräts übernehmen. Dies kostet rund 5 000 Euro extra, womit das Budget voll ausgeschöpft wird.

Ortsgericht

Die Amtszeit der Eppertshäuserin Rita Filipp als Schöffin war im Juli 2020 abgelaufen. Die CDU schlug Filipp (die für die Christdemokraten auch im Eppertshäuser Gemeindevorstand sitzt) nun erneut vor, während die FDP Stefanie Schultheiß (zugleich Gemeindevertreterin der Liberalen) ins Rennen schickte. Mit den Stimmen von CDU und SPD gewann Filipp die Abstimmung. Formal liegt die abschließende Ernennung als Schöffin nun noch in den Händen des Amtsgerichts Dieburg.

(Text: jedö)