Endlich Biergartengeselligkeit – In Rodgau freuten sich am Wochenende Gäste und Wirte

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Ein kaum mehr für möglich gehaltenes Bild: Genuss im Biergarten - hier in Döberts Wirtshaus. (Foto: ah)

Sich im Biergarten  mit Freunden treffen und gemeinsam ein frisch gezapftes und kühles Bier zu trinken, war in diesem Jahr bisher ein unerfüllbarer Wunsch. Aber die Inzidenzen sind inzwischen soweit gesunken, dass die Außengastronomie unter Hygienebedingungen aufmachen durfte.

Ausgebuchte Plätze und fröhliche Gäste, die diese langvermisste Möglichkeit genossen, waren das Ergebnis. Aber die Freude lag nicht nur auf der Seite der Gäste, sondern besonders bei den Gastronomen, die endlich ein Licht am Ende des Tunnels sehen.

Große Erleichterung war auch bei Kerstin und Jürgen Herr vom „Journal“ in Jügesheim zu spüren. „Wir haben unseren Lieferdienst zwar ausgebaut und waren eigentlich schon ziemlich an der Grenze des Möglichen, aber trotzdem mussten wir jeden Monat mehrere tausend Euro zusetzen“, erklärt Herr, „zumal wir unsere Angestellten und Auszubildenden die ganze Zeit gehalten haben.“  Nicht nur der offene Außenbereich macht den Gastronomen große Hoffnung auf Normalität, die sinkende Inzidenzzahl bringt auch die Öffnung der Innenräume wieder in greifbare Nähe.

Fast wäre der Neustart des „Journal“ gescheitert, denn durch einen Wasserrohrbruch war das Gelände rund um das “Journal“ noch bis kurz vor der Eröffnung am Freitag eine einzige Baustelle. Aber die Arbeiten konnten pünktlich beendet werden und am Abend merkte keiner der zahlreichen Gäste, wie es noch Stunden vorher dort ausgesehen hat. „Trotz der guten Buchung merkt man schon noch, dass die Gäste etwas unsicher sind und das Ganze erst einmal austesten.“  Dazu liegt vielleicht auch sen den aktuell geltenden Hygienevorschriften, die neben der begrenzten Anzahl an Gästen an einem Tisch und der Zusammensetzung auch die Vorlage eines negativen Schnelltests, dem Nachweis einer vollständigen Impfung oder Genesung erfordert. Ebenso die Registrierung per Luca-, Corona-App  oder schriftlich: „Wir müssen in dieser Hinsicht oft noch Aufklärungsarbeit leisten.“ Es sei zwar besser als beim ersten Start im vergangenen Jahr, trotzdem oft noch nötig.

Unproblematisch sei die coronabedingte Einschränkung der Sitzplätze trotzdem nicht. “Bei 60 Gästen hat man die gleichen Fixkosten, wie etwa bei 90 Gästen, aber diese 30 Gäste mehr bringen die Bilanz ins Positive“, erläutert Jürgen Herr. Den ersten Öffnungstag nutzte auch Robert Glaab, Chef der Glaabsbräu, zu einem Besuch. „Ich freue mich, hier wieder ein Bier trinken zu können“, sagt er leicht schmunzelnd. „ Es ist wichtig, dass es wieder losgeht und die Gastronomie wieder Geld verdienen darf. Ich hoffe auch, dass die Begeschränkungen  dann wieder relativ schnell aufgelöst werden. Auch für die Brauerei ist es wichtig, denn wir sind zu einem großen Teil abhängig von der Gastronomie. Wir haben in der Produktion einen sehr großen Fassbieranteil, im Gegensatz zu den großen Brauereien. Wir sind aber guter Dinge und haben die Zeit genutzt, um viele Dinge zubearbeiten und vorzubereiten“.

Kerstin und Jürgen Herr freuen sich mit Robert Glaab von der Seligenstädter Brauerei über Gäste im Außenbereich. (Foto: ah)

Gut vorbereitet war auch „Döbert´s Wirtshaus“ in Dudenhofen. Schon Tage vorher wurde der große Biergarten hergerichtet. Ab Freitag stimmt dann auch das Wetter. Auch den Mitarbeitern war die Freude anzumerken. „Bei der Vorbereitung sprühten alle vor Tatendrang und Ideen“, freut sich Oliver Döbert. Auch er hatte viele Mitarbeiter halten können und musste sich nur mit wenigen Kräften verstärken, darunter ein Hygienebeauftragter, damit der Neustart auch klappte. Zusätzlich ist es ihm gelungen eine Teststation von „virenstoppen.de“ auf das Gelände zu holen, so dass man bei Bedarf vor dem Besuch einen Test machen konnte.

(Text: ah)