Corona-Pandemie schlägt sich auf die Arbeit der Kommunalen Jobcenter nieder

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Die Corona-Pandemie hatte 2020 einen sehr großen Einfluss auf die Arbeit der Kommunalen Jobcenter. Seit kurzem liegen die finalen Kennzahlen für das vergangene Jahr vor. Sie zeigen: Die Jobcenter konnten deutlich weniger Menschen in Arbeit vermitteln.

Zudem werden mehr Zu- als Abgänge in den Kommunalen Jobcentern verzeichnet. Die Zahl der Neuanträge bei der Kreisagentur für Beschäftigung (KfB) des LaDaDi war in 2020 im Vergleich zum Vorjahr um rund 54 Prozent auf fast 4.000 gestiegen. „Wir haben zunächst mit vereinten Kräften dafür Sorge getragen, die eingehenden Anträge schnell zu bearbeiten und die benötigte Grundsicherung auszuzahlen“, sagt Roman Gebhardt, Leiter der KfB. „Der Arbeitsmarkt zeigte sich nicht so aufnahmefähig und insbesondere der Ausbildungsmarkt hatte im vergangenen Jahr enorm unter der Pandemie  zu leiden.“ Von den Auswirkungen der Corona-Pandemie sind insbesondere junge Erwachsene unter 25 Jahren, aber auch Frauen betroffen. Aufgrund fehlender Ausbildungsplätze und der angespannten Kinderbetreuungssituation konnten diese beiden Gruppen während der Pandemie nur schwer vermittelt werden. So konnte der LaDaDi die bereits 2019 geplante Integrationsquote in 2020 nicht erreichen.

„Obwohl die Zahl der Neuanträge zugenommen hat, ist es unserer Kreisagentur für Beschäftigung trotz der erschwerten Bedingungen gelungen, die Zahl der Langzeitleistungsbeziehenden im Vergleich zum Vorjahr zu senken“, ergänzt Sozialdezernentin Rosemarie Lück. „Mit der Ausweitung von digitalen Angeboten sowie der Beibehaltung von aufsuchenden Beratungs- und Hilfsangeboten konnten wir die Auswirkungen der Corona-Pandemie abfedern. Das ist ein schöner Erfolg!“

Hintergrundinformationen

Die Ergebnisse der Arbeit der Jobcenter sind bundesweit unter der Internet-Plattform www.sgb2.info einsehbar. Diese SGB II-Kennzahlen dienen den Jobcentern, um Erfolge zu messen, zu vergleichen und strategisch zu steuern. Sie ermöglichen es den Verantwortlichen, sich auf bestimmte Schwerpunkte der regionalen Arbeitsmarktpolitik zu fokussieren. Die 16 hessischen Kommunalen Jobcenter schließen jährlich Zielvereinbarungen mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) ab. Darin vereinbaren beide Partner Zielwerte für bestimmte Kennzahlen, beispielsweise zur Integration von Arbeitsuchenden. In sogenannten Zielnachhaltedialogen reflektiert man gemeinsam in einer konstruktiv-kritischen Atmosphäre die unterjährigen Fortschritte. Die gewohnte Zielsteuerung war in 2020 deutlich erschwert, denn die Corona-Pandemie war der entscheidende Einfluss auf die Entwicklung im Arbeitslosengeld II.

(Text: PM)