Rodgau radelt und ist mit Rembrücken verbunden

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Foto: ah

Am Sonntag gab es am Rathaus Jügesheim den Startschuss für die dritte Runde des Stadtradelns. Trotz dunkler Wolken am Himmel waren so viele Radfahrerinnen und Radfahrer gekommen wie noch nie.

Bei seiner Begrüßung wies Bürgermeister Jürgen Hoffmann auf die Bedeutung der Aktion hin: „Seit 2019 ist Rodgau bei dieser Aktion dabei. Das Motto für dieses Jahr lautet ‚Zeit für mehr Radfahren‘. Im vergangenen Jahr nahmen 320 Menschen nahmen an der Aktion teil, fuhren 93705 Kilometer und ersparte der Umwelt 14.000 kg CO2. Das war schon ein großartiges Ergebnis und in diesem Jahr haben sich auch schon wieder über 320 Anmeldungen von 27 Teams angemeldet. In den drei Wochen bis zum 26. Juni soll es zwar auch um den Spaß am Fahrradfahren gehen, aber es sollen möglichst viele Menschen dafür begeistert werden und die Erfahrung machen können, dass man kurze Weg sehr gut mit dem Rad erledigen kann und nicht das Auto benutzen muss“. Nebenbei leiste man einen großen Beitrag für den Klimaschutz und tue auch etwas für seine Gesundheit, „was in Zeiten von Homeoffice, wo man vielleicht etwas viel auf dem ‚Boppes‘ sitzt, ist es ganz gut, ab und zu aufs Rad zusteigen“.

Verschärfte Bedingungen gibt es für „Personen des öffentlichen Lebens“, denn sie müssen innerhalb der 21 Tage ihr Auto komplett stehen lassen. Alle gefahrenen Kilometer können über die App oder der Internetseite mitgeteilt werden. Anmelden kann man sich über https://www.stadtradeln.de/rodgau, wo auch weitere Informationen zu finden sind.

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Erstmals dabei war auch die neue Radsportgruppe der Sportfreunde Rodgau, die gleich mit 17 Teilnehmern zum Start erschienen sind und die sich vorgenommen haben, den Pokal für die meisten gefahrenen Kilometer zu gewinnen. Angeführt von den Radlern des ADFC, der auch die Strecke ausgesucht hatte, ging die erste Tour am Sonntag über 10 und 12 Kilometer und führte auch über den neuen Radweg von Hainhausen nach Rembrücken, der am Freitag in kleiner Runde  durch Rodgaus  Bürgermeister  Jürgen Hoffmann, den Ersten Stadtrat Michael Schüßler, seinem Heusenstammer Kollegen Uwe Michael Hajdu und Bürgermeister Halil Öztas offiziell eingeweiht worden ist, obwohl er schon eine ganze Zeit befahren werden konnte Diese etwas verspätete Eröffnung hatte aber den Vorteil, dass man erleben konnte, wie gut dieser etwa 1,2 Kilometer lange und 2,50 Meter breite Radweg angenommen und frequentiert wird, sei es von Fußgängern, Inlineskatern und natürlich Radfahrern.

Dieser Radweg hat eine über 30-jährige Geschichte und scheiterte bisher  immer am  „Kirchturmdenken“.  Treibende Kraft war dabei der Heusenstammer Bürgermeister Öztas, der aber in Rodgau auf offene Ohren stieß. „Sicher wäre ein Radweg auf beiden Seiten das Ideale gewesen, aber wir haben uns hier auf das Machbare konzentriert und sind endlich zu einem Erfolg gekommen“, erklärte Erster Stadtrat Michael Schüßler.

Diesen Fehler, nur das Ideale zu akzeptieren, habe man vor Jahren beim Radweg nach Seligenstadt gemacht. „Der Weg sollte einen nur kleinen Schlenker um ein Gebiet mit vielen Privatgrundstücken machen, da die Planungsbehörde kaum eine Chance sah, alle unter einen Hut zu bekommen. Das haben wir damals abgelehnt, weil wir ja das Ideale wollten. Am Ende hatten wir gar nichts“, erklärte Schüßler. „Diesen Fehler haben wir hier vermieden.“

(Text: ah)