Vorübergehendes Badeverbot am Schultheis-Weiher in Offenbach

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(Symbolfoto: Pixabay)

Die regelmäßige Badegewässeruntersuchung hat ein verstärktes Aufkommen von Cyanobakterien im Schultheis-Weiher in Offenbach gezeigt. Aus diesem Grund hat das Stadtgesundheitsamt ein vorübergehendes Badeverbot ausgesprochen.

Cyanobakterien produzieren eine Vielzahl von Sekundärmetaboliten. Das sind chemische Stoffe von Pflanzen, Bakterien, Pilzen oder Tieren (Insekten, Schwämmen, Weichkorallen), die für deren Wachstum und Überleben aber nicht notwendig zu sein scheinen. Diese schädigen aber Lebewesen und Pflanzen im Wasser. Ein Teil der Cyanobakterienspezies bildet Toxine, die auch für Menschen gesundheitsgefährdend sein können. So können bei Badenden allergische Hautreaktionen entstehen und das Verschlucken von cyanobakterienhaltigem Wasser kann zu Magen- und Darminfektionen führen.

„Wir wissen ja, dass das Ökosystem Schultheis-Weiher vor allem in den Sommermonaten fragil ist, was unter anderem zum Fischsterben Anfang Juli geführt hat. Ohne die Phosphateliminationsanlage (PEA) kann der Weiher nicht überleben. Wir haben die Beprobungsdichte erhöht und eine zusätzliche Probenahme bereits am vergangenen Dienstag, 10. August, veranlasst. Die Ergebnisse liegen nun vor. Erwartungsgemäß ist die Chlorophyll-a-Konzentration in der Wassersäule weiter angestiegen (von 126 μg/l am 3. August auf 152 μg/l am 10. August; die Alarmstufe ist bereits bei >75 µg/l erreicht), bei den gefundenen Algen handelt es sich fast ausschließlich um Cyanobakterien.
Damit ist kurzfristig keine Öffnung des Weihers für den Badebetrieb möglich, ob die Saison 2021 nochmal starten kann bleibt ungewiss“, erläutert Heike Hollerbach, Leiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz. Ziel ist die Nährstoffreduktion im Gewässer, um das Wachstum von Primärproduzenten – vor allem Cyanobakterien – zu begrenzen.

Die Instabilität des Gewässers zeigt sich bei den regemäßigen Auswertungen der Messungen: Die regelmäßigen Gewässeruntersuchungen ergaben – bis auf den Sauerstoffgehalt bis jetzt keine Hinweise auf das Vorkommen von Cyanobakterien.
Auch am 2. Juli, dem Eintritt des Fischsterbens, war der Algengehalt in der untersuchten Wasserprobe gering, aber etwas höher als bei der letzten Probennahme. Es handelte sich bei den gefundenen Algen überwiegend um Grünalgen (Kugel- und Fadenalgen) neben geringen Mengen an Cyanobakterien (“Blaualgen“) der Gattung Microcystis. Weiterhin konnten verschieden Wassertierchen, abgerissene Pflanzenteile und wenig Sediment beobachtet werden.

Am 13. Juli war der Algengehalt in der untersuchten Wasserprobe deutlich geringer als bei der letzten Beprobung. Es handelte sich bei den gefundenen Algen überwiegend um kugelförmige und fadenförmige Grünalgen. “Blaualgen“ (Cyanobakterien) konnten nicht gefunden werden. Auffallend ist ein hoher Anteil meist abgestorbener Pflanzenteile. Am 3. August war der Algengehalt in der untersuchten Wasserprobe wesentlich höher als bei der letzten Beprobung. Es handelt sich nun bei den gefundenen Algen fast ausschließlich um “Blaualgen“ (Cyanobakterien) der Gattung Anabaena.

„Von Beginn der Badesaison im Naturschutzgebiet an haben wir gesagt, ein bisschen baden können ist besser als gar nicht. Das war auch der Grund für die Öffnung in diesem Jahr, obwohl die Arbeiten für die Restaurierung der Seewasserqualität durch die PE-Anlage unser wichtigstes Ziel ist und die Arbeiten weitergehen“, so Hollerbach.

Die Phosphateliminationsanlage beeinflusst als technische Unterstützung die Seewasserstabilität, weil hier kontinuierlich Phosphat aus dem Gewässer entnommen wird und die Nährstoffbelastung so erheblich reduziert werden kann.

Grundsätzlich geht die Badesaison bis 15. September. Einschränkungen können aber abhängig vom Installationszeitpunkt der Phosphateliminationsanlage (PEA) immer erfolgen, danach gehört das Gewässer wieder ausschließlich der Natur. Die PE-Anlage liegt zur Genehmigung bei den oberen Behörden vor.

Der Schultheis-Weiher hat nach wie vor grundsätzlich die Bewertung als Badegewässer ausgezeichnet bestanden.

(Text: PM Stadt Offenbach)