Mit Flohmarkt ein Zeichen der Solidarität setzen

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Elmar Jung vor einem kleinen Teil des Flohmarkt-Angebots. Die Öffnungszeiten stehen an der Wand: Bis zum 29. August hat der Flohmarkt täglich, auch samstags und sonntags, von 14 bis 17 Uhr und an den Wochenenden auch nach den Gottesdiensten geöffnet. (Foto: PS)

Pfarrer Elmar Jung gibt zum Abschied aus Ober-Roden Teile seines Hausstandes für den guten Zweck ab

Täglich hat noch bis zum 29. August im Forum St. Nazarius ein ganz besonderer Flohmarkt geöffnet. Elmar Jung, der nach 25 Jahren am 19. September als Pfarrer von St. Nazarius Ober-Roden verabschiedet wird und künftig als Pfarrvikar im Pfarreienverbund Langen – Egelsbach/Erzhausen tätig sein wird, versucht all das, was er bei seinem anstehenden Umzug nicht mitnehmen kann, für den guten Zweck zu Geld zu machen.

„Ich habe künftig eine kleine Wohnung, da kann ich gar nicht alles mitnehmen“, nennt Elmar Jung einen ganz praktischen Grund für die Flohmarkt-Idee. Vor dem Hintergrund der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen war schnell klar, dass die Erlöse den Betroffenen als gezielte Wiederaufbauhilfe übergeben werden sollen. Elmar Jung befürchtet, dass die Opfer der Flutkatastrophe nach dem großen Interesse der ersten Wochen bald in Vergessenheit geraten könnten. Dem gelte es entgegenzuwirken. Etwa mit konkreten Aktionen wie dem Flohmarkt, der unter dem Motto „Alles muss raus aus dem Pfarrhaus“ steht.

Die einzelnen Stücke können ohne festen Preis gegen eine Spende mitgenommen werden. 1.500 Euro sind bereits in der ersten Woche zusammen gekommen. Elmar Jung hofft auf eine Gesamteinnahme von mindestens 3.000 Euro zur Unterstützung der Flutopfer, um somit auch ein Zeichen der Solidarität zu setzen. „Die Leute sollen kommen. Es gibt tolle Geschenke“, wirbt der Geistliche für den Flohmarkt und ist dankbar, dass es so gut angelaufen ist und immer auch Frauen der Gemeinde während der Öffnungszeiten Dienst tun.

Der Flohmarkt für die Betroffenen der Flut in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ist gut angelaufen. Unser Bild entstand nach dem Gottesdienst am Samstag. (Foto: PS)

Das Sortiment ist sehr vielfältig, viele Stücke sind noch originalverpackt. Bücher, CDs, Puzzle, Schmuck, Getränke und Krippen sind unter anderem zu finden, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Natürlich gibt es auch Stücke mit sakralem Bezug. Der Mainzer Dom als Spardose beispielsweise hatte gleich in den ersten Tagen einen Abnehmer gefunden. Auch Kruzifixe, Kerzen und Heiligenfiguren werden zugunsten der Flutopfer verkauft. Der Flohmarkt wird täglich neu bestückt. Unter anderem werden auch noch Briefmarkenalben hinzu kommen.

Am 19. September wird Elmar Jung, der in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feierte und seit September 1996 Pfarrer von St. Nazarius ist, in einem Gottesdienst verabschiedet. „Im Oktober ziehe ich um, im November fange ich dann in Langen an.“ Dort wird er als Pfarrvikar tätig sein und einen Kollegen, der gerade von einer schweren Krankheit genesen ist, unterstützen. Einen bedeutenden Unterschied zu seiner bisherigen Tätigkeit gibt es. „Ich habe keine Verwaltung mehr, sondern nur noch den seelsorgerischen Bereich“, ist Jung durchaus etwas erleichtert, dass die Administration künftig wegfällt und er sich auf seinen „wichtigsten Arbeitsbereich, die Seelsorge“, konzentrieren kann. Wobei es auch in der neuen Aufgabe ganz sicher viel zu tun gibt. Der Pfarreienverbund Langen – Egelsbach/Erzhausen hat über 10.000 Mitglieder. In seinem neuen Aufgabenfeld trifft Elmar Jung unter anderem Katharina Kron, die zuletzt während ihrer Ausbildung zur Gemeindereferentin zwei Jahre im Pfarreienverbund Rödermark als Gemeindeassistentin tätig war und mittlerweile Gemeindereferentin in Langen ist.

Ab dem 1. November ist der langjährige Urberacher Pfarrer Klaus Gaebler als Pfarradministrator allein für die St. Gallus und St. Nazarius-Gemeinde zuständig. Die Stelle des Ober-Röder Pfarrers wird nicht mehr ausgeschrieben. Ober-Roden bleibt Elmar Jung trotz seiner neuen Tätigkeit in Langen natürlich auch künftig verbunden. Alleine schon deshalb, weil sein Bruder Eberhard, der ebenfalls Pfarrer ist und der ihn in den vergangenen Jahren immer wieder vertreten hat, im Breidert lebt. Elmar Jung bleibt auch Vorsitzender des Fördervereins „Freunde des Rodgaudoms“, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Nazarius-Kirche für kommende Generationen zu erhalten.

Der Flohmarkt im Forum St. Nazarius hat bis zum 29. August täglich, auch an den Wochenenden, von 14 bis 17 Uhr jede Menge Schnäppchen zu bieten. Zudem ist nach allen Gottesdiensten an den Wochenenden geöffnet.

(Text: PS)