Vermittlung im Konflikt um Tanzveranstaltungen

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(Symbolfoto: Andrea Speha auf Pixabay )

In den vergangenen Tagen wurden die regelmäßigen Tanzveranstaltungen auf dem Gelände der Erinnerungsstätte an der Großmarkthalle kontrovers in der Frankfurter Stadtgesellschaft diskutiert. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, hat nun Kontakt zu den Organisatoren der Veranstaltung aufgenommen, mit dem Ziel, einen alternativen Veranstaltungsort für die Tänzerinnen und Tänzer zu finden. Hierfür wird das städtische Kulturamt zu einem runden Tisch mit den Organisatoren und den beteiligten Ämtern einladen.

„Tanzveranstaltungen, wie sie in den letzten Wochen auf dem Gelände der Erinnerungsstätte stattgefunden haben, sind mit der Würde des Ortes nicht vereinbar, ebenso wenig mit dem Respekt vor den Opfern der ersten Massendeportationen aus Frankfurt, derer hier gedacht wird. Gleichzeitig ist es essentiell, den Menschen in der Stadt die Möglichkeit zu geben, den öffentlichen Raum ohne Konsumverpflichtungen zu nutzen und individuell anzueignen – gerade nach den Einschränkungen, die die Pandemiesituation in den letzten Monaten bedeutete. Ich habe daher das Kulturamt gebeten, die Organisatoren und beteiligten städtischen Ämter zu einem runden Tisch einzuladen, um nach geeigneten alternativen Räumen in der Stadtlandschaft zu suchen. Wir haben bereits Kontakt zu einem der Organisatoren aufgenommen, der sich für dieses Angebot offen gezeigt und uns zugesichert hat, bis auf weiteres nicht mehr zu Tanzveranstaltungen auf dem Gelände der Erinnerungsstätte einzuladen“, sagt Stadträtin Hartwig.

Das Dezernat für Kultur und Wissenschaft setzt daher zunächst nicht auf ein Verbot, sondern mit dem Gesprächsangebot auf die Einsicht der Veranstalterinnen und Veranstalter. Die Erinnerungsstätte bei der Frankfurter Großmarkthalle erinnert seit 2015 an die ersten Massendeportationen von Jüdinnen und Juden aus Frankfurt im Jahr 1941, die hier ihren Ausgang nahmen. Seit 2018 ist diesem Ereignis mit dem 19. Oktober auch ein eigener städtischer Gedenktag gewidmet.

(Text: PM Stadt Frankfurt)