Zoo Frankfurt zieht positive Bilanz zum Naturschutz-Euro

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Orang Utans mit Naturschutz Euro (Foto: Zoo Frankfurt) am Main

Seit dem 1. März können sich Zoobesucher*innen beim Kauf ihrer Eintrittskarten für einen zusätzlichen freiwilligen Naturschutz-Euro entscheiden – und sehr viele machen das auch. Obwohl aufgrund der Pandemie die Besucherzahlen seit Monaten stark limitiert sind, können dank der großen Spendenbereitschaft nun die ersten Gelder in die Naturschutz-Projekte der Partnerorganisationen fließen – 50.000 Euro für die Artgenossen der Zootiere und deren Lebensräume.

70 Prozent der Erwachsenen sowie der Familien haben sich für Zootickets mit Naturschutz-Euro entschieden. „Ich finde es einfach großartig, dass so viele Zoobesucherinnen und Zoobesucher den Auftrag des Zoos ‚Tiere erleben – Natur bewahren‘ ernst nehmen, dass sie helfen wollen und diesen kleinen, aber effektiven Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt in Form des freiwilligen Naturschutz-Euro leisten. Das zeigt, dass die Botschaft angekommen ist und ein ernsthaftes Interesse daran besteht, den wildlebenden Artgenossen der Zootiere zu helfen“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig.

Der Naturschutz-Euro ist eine freiwillige, zweckgebundene Spende, die beim Kauf von Eintrittskarten für Erwachsene, Familien und Gruppen sowie beim Kauf von Jahreskarten gegeben werden kann. „Bei unseren Projektpartnern kommt der Naturschutz-Euro zu 100 Prozent an, es gibt keine Abzüge für Verwaltungskosten“, erläutert Kerstin Schmitz, stellvertretende Zoodirektorin und Verwaltungsleiterin. „Die Einführung im Frühjahr fiel in eine schwierige Zeit: Besucherkontingente sind pandemiebedingt stark reduziert, Tierhäuser und andere Zooareale zeitweise geschlossen. Dass sich trotz dieser Umstände so viele unserer Besucherinnen und Besucher für den Naturschutz-Euro entscheiden – dafür können wir nicht genug danken“, sagt Schmitz.

Mit dem Naturschutz-Euro werden sechs ausgewählte Natur- und Artenschutzprojekte unterstützt, zwei in Hessen und vier weitere weltweit. Projektpartner sind die Zoologische Gesellschaft Frankfurt von 1858 (ZGF), Sphenisco – Verein zur Rettung des Humboldt-Pinguins und die Bienenbotschaft gGmbH aus Karben in der Wetterau. „Unsere Projektpartner haben wir mit Bedacht gewählt – wir arbeiten schon lange mit ihnen zusammen und wissen genau, wofür der Naturschutz-Euro eingesetzt wird“, erklärt Schmitz, „Nach nur einem halben Jahr konnten wir nun die ersten 50.000 Euro an die Partnerorganisationen weitergeben.“ Die ZGF erhält 80 Prozent, Sphenisco 15 Prozent und die Bienenbotschaft fünf Prozent der vereinnahmten Spenden. Die Projekte sind unterschiedlich strukturiert und aufwändig und haben daher einen unterschiedlichen Förderungsbedarf.

Über die Auszahlung freut sich Antje Müllner von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt. Sie ist als Leiterin des Referats Südamerika und Südostasien auch für das Orang-Utan-Schutzprogramm auf Sumatra zuständig. Genau dorthin wird ein Teil der Spenden gehen: „Aktuell bereiten wir den Aufenthalt von zwei kürzlich konfiszierten Orang-Utan-Jungtieren an der Dschungelschule in Bukit-Tiga-Puluh vor. Dort werden sie dann alles lernen, was sie für ein Leben in Freiheit später brauchen, und weiter tiermedizinisch betreut. Auf diese Weise wurden in den letzten 20 Jahren mehr als 175 Sumatra Orang-Utans in den Regenwald von Bukit-Tiga-Puluh entlassen.“

Die Projekte

Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) ist eine der wichtigsten Naturschutzorganisationen weltweit und traditionell mit dem Zoo verbunden. Ihre Aktivitätsschwerpunkte liegen derzeit in der Serengeti in Tansania, im Manu-Nationalpark in Peru, im Bukit-Tiga-Puluh-Regenwald in Indonesien sowie in Europa mit dem Fokus auf Wildnisgebiete – so auch im hessischen Wispertaunus. Mit dem Naturschutz-Euro werden Projekte in diesen vier Gebieten gefördert.

Projektpartner Sphenisco hat sich dem Schutz der Humboldt-Pinguine in Chile und Peru verschrieben. Am 1. Juli startete ein Forschungsprojekt zur Fortpflanzung dieser Pinguinart in Peru. Ein Jahr lang werden die Tiere der Kolonien auf den Inseln in der Region Pisco-Paracas alle zwei Wochen gezählt und ihre Brutaktivitäten dokumentiert. Bei der Zählung kommen auch Drohnen zum Einsatz.

Das Projekt der Bienenbotschaft „Naturnistplätze für die wildlebende Honigbiene im Wald“ wurde 2019 als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Neben der Errichtung von Nistplätzen engagiert sich die Bienenbotschaft in der Umweltbildung und gibt ihr Wissen bei Führungen und Workshops weiter.

Weitere Informationen zum Naturschutz-Euro, den unterstützen Projekten und den Partnern finden sich unter Zoo Frankfurt.

(Text: PM Stadt Frankfurt)