Darmstadt lädt zum Tag des offenen Denkmals auf die Mathildenhöhe

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Mathildenhöhe (Foto: Wissenschaftsstadt Darmstadt/ Rüdiger Dunker)

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt lädt interessierte Bürger*innen für Sonntag, 12. September, zum Tag des offenen Denkmals ein. Mitarbeitende der Darmstädter Denkmalschutzbehörde stellen dabei zwei kürzlich sanierte, von Architekt Joseph Maria Olbrich (1867-1908) erbaute Wohnhäuser auf der, als Welterbe ausgezeichneten, Mathildenhöhe vor: Haus Olbrich und Haus Deiters.

Die Teilnehmer*innen von Mitarbeitenden durch die beiden Häuser geführt und können Fragen stellen. Die Führungen beginnen um 10, 11, 12, 14, 15 und 16 Uhr und dauern jeweils eine Stunde. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die aktuellen Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind einzuhalten. Daher und wegen der räumlich beengten Situation ist die Anzahl der Teilnehmenden sehr begrenzt und eine Anmeldung daher unbedingt erforderlich. Möglich ist die Anmeldung ausschließlich telefonisch am Mittwoch, 1. September, und Mittwoch, 8. September, von 8 bis 12 Uhr unter 06151/132937. Weitere Informationen gibt es auf www.darmstadt.de/denkmalschutz.

„Der von Großherzog Ernst Ludwig zur Gründung der Künstlerkolonie nach Darmstadt berufene Wiener Architekt Joseph Maria Olbrich avancierte schnell zur führenden Künstlerpersönlichkeit auf der Mathildenhöhe“, erläutert Stadtrat Michael Kolmer. „Er entwarf nicht nur die Architektur der Künstlerhäuser, sondern auch die Innenausstattung und die Gartenanlagen. Die nur selten mögliche Besichtigung der Innenräume bietet daher die Möglichkeit zu einem intensiven Einblick in Olbrichs Schaffen.“

Sein eigenes Wohnhaus mit dem charakteristischen blau-weißen Fliesenfries platzierte Olbrich zu Füßen des Ernst-Ludwig-Hauses. Bis zur Kriegszerstörung 1944 stand es dort weitgehend unverändert. Die Wohnungsnot der Nachkriegszeit zwang zu einem einfachen Wiederaufbau des Hauses. Jahrelang hatte das Deutsche Polen-Institut hier seinen Sitz. In Verbindung mit der Welterbebewerbung begann die denkmalgerechte Instandsetzung des Wohnhauses Olbrichs, in dem heute die deutsche Gesellschaft für Sprache und Dichtung ihren Sitz hat. Trotz der Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und den Veränderungen des Wiederaufbaus sind authentische Spuren des Schaffens Olbrichs zu sehen.

Haus Deiters entwarf Olbrich für Wilhelm Deiters, den Geschäftsführer der ersten Ausstellung der Künstlerkolonie, die unter dem Titel „Ein Dokument Deutscher Kunst“ bekannt ist. Haus Deiters, das kleinste Haus der Kolonie und von Olbrich auf beengtem Platz und dennoch stadtbildprägend entworfen, wurde nicht zerstört. Zahlreiche Umbauten haben das Gebäude verändert, seit der letzten Instandsetzung und Restaurierung zeigt es sich wieder in seinem ursprünglichen Erscheinungsbild.

(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)