Luftfilter für Darmstädter Schulen und Kitas

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Oberbürgermeister Jochen Partsch mit der Schulleiterin Katharina Rothkirch der Heinrich-Heine-Schule (Foto: Wissenschaftsstadt Darmstadt/ Lea Stenger)

OB und Schuldezernent Partsch: „Mit den zahlreichen Luftfiltergeräten, die zurzeit verteilt und installiert werden, unterstützen wir die Fensterlüftung und damit den Gesundheitsschutz derjenigen, die noch kein Impfangebot erhalten können“.

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt will aus Infektionsschutzgründen mit der Installation von raumlufttechnischen Anlagen mittel- und langfristig Klassenräume in Schulen und Kitaräume laufend mit Frischluft versorgen. Besonders wurde dabei die Situation der Kinder unter 12 Jahren beleuchtet, da für diese noch keine Empfehlung für einen Impfschutz vorliegt. Dort, wo solche Anlagen nicht aufgebaut sind, sollen CO2-Ampeln das richtige Lüftungsverhalten unterstützen und mobile Luftfiltergeräte bei der Reinigung der Luft helfen. Am heutigen Donnerstag, 26. August, stellte Oberbürgermeister und Schuldezernent Jochen Partsch die Maßnahmen bei einem Ortstermin an der Heinrich-Heine-Schule vor.

„In den vergangenen Wochen haben wir den Schutz der Jugendlichen und Schüler vor einer Ansteckung mit Covid-19 noch einmal intensiv in den Blick genommen“, erläutert Oberbürgermeister Jochen Partsch. „Mit raumlufttechnischen Anlagen werden wir nach den nun startenden Installationen viele Klassenräume laufend mit Frischluft versorgen können. Für Kindertagesstätten und Grund- und Förderschulen, in denen es nicht bereits raumlufttechnische Anlagen gibt, wurden insgesamt 400 weitere mobile Luftfiltergeräte beschafft, die nun durch den Eigenbetrieb Immobilienmanagement rund um den Schulstart an die Grundschulen und Kindergärten ausgeliefert werden.“

Diese mobilen Geräte, die unter hygienischen Aspekten, aber auch unter Berücksichtigung der Schall-Emissionen ausgewählt wurden, sind praxiserprobt. „280 dieser Geräte wurden bereits in den vergangenen Wintermonaten in Schul- und Kinderbetreuungsräumen aufgestellt, die schwer zu lüften sind. Die Luftqualität wird durch Filterung verbessert und die Viren- und Keimbelastung gesenkt. Der beste Weg die Virenlast zu senken ist dennoch der Luftaustausch durch Frischluftzufuhr, die auch bei Einsatz der mobilen Luftfiltergeräte unerlässlich ist. Um die Betreuungseinrichtungen und Schulen bei der richtigen Lüftung zu unterstützen, wurden weitere CO2-Ampeln beschafft, die in den nächsten Wochen an die Kinderbetreuungseinrichtungen und die Darmstädter Schulen verteilt werden“, so Partsch weiter.

Die Fensterlüftung ist gerade im Herbst und Winter mit erheblichem Energieverlust verbunden. Deshalb ist angestrebt in möglichst vielen Grundschulgebäuden eine hohe hygienische Luftqualität auch ohne Fensterlüftung zu schaffen. Hilfreich ist hier der Einsatz von Lüftungsanlagen, wie sie in neuen Schulgebäuden verbaut werden, so zum Beispiel im Luise-Büchner-Campus. Dort, wo es keine zentralen Lüftungsanlagen gibt, sollen dezentrale Lüftungsgeräte eingebaut werden. Diese raumlufttechnischen Anlagen, die mit direktem Außenlufteintrag und mit hohem Luftwechsel bei gleichzeitiger 90 Prozent Wärmerückgewinnung arbeiten, stellen somit die hygienische Qualität durch Mehrfachfilter in einem energetisch sinnvollen Konzept sicher.

„Wir machen uns bereits seit Beginn der Pandemie stetig Gedanken, wie wir Kinder und Jugendliche bestmöglich vor einer Ansteckung schützen können. Daher haben wir bereits im Winter eine große Zahl mobiler Filtergeräte beschafft und in die Schulen ausgeliefert. Dass diese Geräte keine alleinige Sicherheit bieten, war uns von Anfang klar. Wir waren daher froh, als im Juni ein Förderprogramm des Bundes für den Einbau von raumlufttechnischen Anlagen in Kindertagesstätten und Grundschulen beschlossen wurde. Leider kam dieses Programm reichlich spät, was den Einbau solcher Anlagen bis zum Schulstart unmöglich machte. Dennoch ist es unserem Eigenbetrieb Immobilienmanagement unter hohem Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelungen, ein Konzept aufzulegen, das einen guten Schutz der Kinder ermöglicht: Kurzfristig helfen wir mit mobilen Luftfiltergeräten in nahezu allen Klassen- und Gruppenräumen. Für eine langfristige Lösung haben wir für alle Klassen- und Gruppenräume, in denen es baulich und technisch möglich ist, Fördermittel für festverbaute raumlufttechnische Anlagen beantragt“, erläutert Oberbürgermeister Partsch.

Nach einer Prüfung kommen für den Einbau von raumlufttechnischen Anlagen 167 Klassenräume in Betracht, für die auch Förderanträge zum entsprechenden Förderprogramm gestellt wurden. In den Kindertagesstätten läuft zurzeit auch die Prüfung, an welchen Stellen der Einsatz von raumlufttechnischen Anlagen sinnvoll ist.

Um optimal vorbereitet zu sein, wenn die Förderanträge für die raumlufttechnischen Anlagen bewilligt werden, wird zurzeit der Einbau dieser stationären dezentralen Anlagen in drei Pilotschulen erprobt. Hierzu hat die Stadtverwaltung ohne auf Fördermittel zurückzugreifen aus eigenen Mitteln Geräte beschafft. Für den Einbau der Geräte waren umfangreiche Planungen und statische Überprüfungen nötig, bevor die Kernbohrungen durch die Außenwand erfolgen konnten. Die Vorbereitungen in der Wilhelm-Busch-Schule, der Georg-August-Zinn und der Ludwig-Schwamb-Schule sind so gut wie abgeschlossen, so dass die Anlagen in diesen Pilotschulen im September 2021 durch Fachfirmen montiert werden können.

„Durch die Luftfiltergeräte, die zurzeit an die staatlichen Grundschulen und die städtischen Kindertagesstätten verteilt werden, unterstützen wir die Fensterlüftung und damit den Gesundheitsschutz derjenigen, die noch kein Impfangebot erhalten können. In den Räumen, in denen der Einbau von dezentralen raumlufttechnischen Anlagen möglich ist, werden wir nach der Genehmigung der Fördermittel, langfristig für eine gute und hygienische Luftqualität sorgen können“, fasst der Oberbürgermeister die Maßnahmen der Wissenschaftsstadt Darmstadt zusammen.

(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)Luftfil