Musikverein Weiskirchen feiert Einweihung seiner Tonhalle mit zahlreichen Ehrengästen

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Großes Aufgebot an Ehrengästen zur feierlichen Einweihung der „Rodgaustrom Tonhalle“ in Weiskirchen. (Foto: ah)

Als „Jahrhundertprojekt“ bezeichnet der Musikverein Weiskirchen den Bau seinen Vereinsheimes, der „Rodgau-strom Tonhalle“. Bisher konnte durch die Coronabeschränkungen kaum ein Bauabschnitt größer gefeiert werden.

Der Spatenstich und das Richtfest mussten fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden und nur eine kleine Gruppe konnte anwesend sein. Aber die Einweihung am Samstag konnte fast in gebührender Form gefeiert werden, obwohl sich der Verein ein größeres Fest gewünscht hätte, zumal man auch auf eine 100-jährige Geschichte zurückblicken kann. Sebastian Wilhelm, Vorsitzender des Musikvereins, machte deutlich, was diese Projekt für den Verein bedeutet: „Wir haben nur 280 Mitgliedern und ein Projekt, mit einem Investitionsvolumen von über 500.000 Euro ist eine Nummer!“ Es ist nicht nur die Investitionssumme, sondern auch die Geschwindigkeit beim Baufortschritt und das Engagement der Mitglieder, die das Projekt auszeichnen. Am 31. Oktober 2020 war Spatenstich und es wurden etwas mehr als 6000 Stunden Eigenleistung eingebracht. Es sei ein generationsübergreifendes Projekt, so der Vorsitzende. Der jüngste Helfer sei 10 Jahre und der älteste 83 Jahre.

Das spiegele die Kultur im Verein wider. Am Anfang habe man auf 80.000 Euro an Spenden erhofft. Aber im Endeffekt kamen mehr als 190.000 Euro zusammen. „Die Mitglieder haben gespendet wie der Teufel.“ Sein Dank galt aber auch Land, Kreis und besonders der Stadt für die finanzielle Unterstützung, ebenso der SG Hainhausen für die Überlassung des Geländes und die gute Zusammenarbeit. Dass der Bau auch planmäßig im Jubiläumsjahr fertig geworden ist, ist auch den beteiligten Firmen zu verdanken.

Der hessische Löwe als Sonderedition aus Händen des Staatssekretärs (rechts) findet bestimmt einen Ehrenplatz beim Musikverein. (Foto: ah)

Alle Redner würdigten diese besondere Leistung. Dieser Tag sei ein historischer Tag für Weiskirchen und auch für die Stadt Rodgau, so der Schirmherr und Landtagsvizepräsident Frank Lortz, der die Ehre hatte, die Hausnummer 21a zu enthüllen. „Es fehlen heute noch genau 5.000 Euro von 225.000 Euro. Es ist eine riesige Leistung, dass mit der Einweihung das Vereinsheim im Grunde fast schuldenfrei ist und den Rest bekommen wir heute auch noch zusammen“, war sich der Schirmherr sicher. Die Grüße des hessischen Ministerpräsidenten überbrachte Staatssekretär Michael Bußer und würdigte den Bau ebenfalls als außergewöhnliches Projekt, besonders in diesen Zeiten. Als Erinnerung an diesen großen Tag überreichte eine Sonderedition des hessischen Löwen.

Für Landrat Oliver Quilling ist das Gebäude ein Symbol für die Zukunft des Vereins. 100 Jahre alt zu werden sei noch keine Kunst, aber er sei sich sicher, dass der Verein weiterleben wird und das neue Vereinsheim sei das passende Symbol dafür. Es gäbe 150 Musik- und Gesangsvereine im Kreis, aber der Musikverein Weiskirchen sei durch dieses Projekt etwas ganz besonderes. Ein weiterer Gratulant war der Erste Stadtrat Michael Schüßler, der nicht nur einen Scheck überreichte, sondern auch darauf hinwies, dass es bisher einmalig in der Stadt Rodgau sei, dass ein Kulturprojekt in dieser Art gefördert werden konnte. Auch der Sponsor kam durch Betriebsleiter Markus Ebel-Waldmann zu Wort: „Es ist nicht nur für den Verein ein großer Tag, sondern auch für uns als Stadtwerke Rodgau. Wir sind nicht nur Namensgeber, sondern hier wird auch die Vielfalt unserer Unternehmen sichtbar. So ist eine hocheffiziente Photovoltaikanlage auf dem Dach für grünen Strom und eine 22 KW –Ladestation für Elektroautos. Diese lange Zusammenarbeit ist auch für uns eine neue Situation. Ich freue mich sehr, unsere Kooperation fortzusetzen.“
Bei allem Dank an die zahlreichen Unterstützer für das Projekt, ging einer fast unter, an den Frank Lortz erinnerte: der Vorsitzende Sebastian Wilhelm. „Man braucht einen Vorsitzenden, der mit der Fahne vorne weggeht und der in der Lage ist, seine Mitglieder so zu motivieren, dass sie ihm auch folgen. Das Ereignis heute ist auch ganz persönlich dein Werk!“ Der tosende Beifall der Gäste war die Reaktion darauf und machte sehr deutlich, wie groß die Leistung von Sebastian Wilhelm war.

Auf die besondere Leistung der Mitglieder ging auch Max Breitenbach ein, der für den Bauausschuss sprach: „Die über sechsjährige Arbeit des Bauausschusses endet heute. Die Hilfsbereitschaft und das Engagement, die dieser Verein gezeigt hat, war unglaublich. Es gab eine große Einigkeit für das Projekt im ganzen Verein.“ Dann galten seine letzten Worte dem Vorsitzenden: “Wir hatten schon immer gute Vorsitzende, aber ich möchte behaupten, mit keinen anderen Vorsitzenden hätten wir den Bau so durchziehen können. Er war immer top vorbereitet. Er hat dadurch jeden überzeugt. Ohne dich wäre es nie so möglich gewesen.“

(Text: ah)