Zwei Tiger-Weibchen im Frankfurter Zoo eingezogen

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Zwei Neuzugänge für den Frankfurter Zoo: Tigerweibchen Tipah und Zuma. (Foto: Zoo Frankfurt)

Sehr viel schneller als gedacht sind wieder zwei Sumatra-Tiger im Frankfurter Zoo zu sehen – allerdings nur vorrübergehend. Die beiden jungen Weibchen kommen aus dem NaturZoo Rheine und sollen für einige Monate in Frankfurt bleiben, während dringende Arbeiten an ihrer Anlage im NaturZoo durchgeführt werden.

Die Sumatra-Tiger-Schwestern heißen Zuma und Tipah und sind zweieinhalb Jahre alt. Am Donnerstag, 2. September, kamen sie nachmittags aus Rheine nach Frankfurt und bezogen sofort die Tiger-Anlage. Jetzt heißt es erstmal eingewöhnen. Doch allzu lange werden die Schwestern gar nicht in Frankfurt bleiben. Der NaturZoo Rheine hat eine vorrübergehende Unterbringung für sie gesucht, da in der dortigen Tiger-Anlage größere Renovierungsarbeiten anstehen.

Der Frankfurter Zoo kann helfen, da Tigerkater Vanni Anfang Juli aufgrund einer unheilbaren Tumorerkrankung im Magen-Darm-Bereich eingeschläfert werden musste und die Anlage daher zuletzt unbesetzt war. Als das Team vom NaturZoo vom Tod des Tigers erfuhr, fragte es an, ob der Frankfurter Zoo bereit wäre, die Tigerinnen für etwa drei Monate zu übernehmen.

„Ich freue mich“, sagt Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, „dass wir in der Lage sind, anderen Zoos zu helfen. Und das schon zum wiederholten Male, denn derzeit beherbergen wir bereits eine Gruppe Humboldt-Pinguine aus dem Luisenpark in Mannheim. An diesen beiden Beispielen lässt sich erkennen, wie wichtig ein gut geplanter und gebauter Zoo mit ausreichenden räumlichen Kapazitäten für das Tiermanagement ist. Mit der Weiterentwicklung des Zoos wollen wir das für alle Bereiche so umsetzen. Doch zunächst freue ich mich, dass über die nächste Zeit wieder Tiger in unserem Zoo zu sehen sind.“

Immerhin sind die im Freiland hochbedrohten Sumatra-Tiger wichtige und für die Besucherinnen und Besucher besonders eindrucksvolle Botschafter für den Naturschutz. So konnte der Zoo Frankfurt dieses Jahr, trotz Corona-bedingt niedriger Besucherzahlen, schon 50.000 Euro aus den Spendeneinnahmen des im März diesen Jahres etablierten „Naturschutz-Euro“ an ausgewählte Naturschutzprojekte überweisen. Hiervon gingen allein 10.000 Euro an das Bukit-Tigapuluh-Schutzprogramm der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, das sich für den Erhalt der einzigartigen Lebensräume auf Sumatra einsetzt und so nicht nur den Sumatra-Tigern das Überleben sichert.

Auch Zootierärztin Dr. Christina Geiger freut sich über die unterwartete Entwicklung: „Bei allem Bedauern über den Verlust unseres Tigers ist es doch eine gute Sache, dass wir den Kolleginnen und Kollegen aus Rheine helfen und gleichzeitig wieder Tiger bei uns zeigen können. Gut ist auch, dass in diesem Fall keine Quarantäne notwendig war, da die Tiere bereits in Rheine alle Untersuchungen durchlaufen haben. Das bedeutet für sie einen Ortswechsel weniger. Das Beispiel zeigt sehr gut, wie dynamisch sich die Lage in Zoos entwickeln kann. Bei uns ist durch den Umgang mit lebenden Tieren stets ein hohes Maß an Flexibilität gefordert.“

Die beiden Tigerinnen Tipah und Zuma sind nicht mehr auf ihre Mutter angewiesen. 2019 geboren, sind sie alt genug, um im Rahmen des Zuchtprogramms in andere Zoos abgegeben zu werden. Sollte der Zuchtbuchkoordinator in den kommenden Wochen einen passenden Platz für die beiden finden, würden sie von Frankfurt aus direkt dorthin gebracht.

Sollte es nicht so schnell mit einem passenden Platz und gegebenenfalls sogar mit einem passenden Partner klappen, reisen die Tiergerinnen zurück nach Rheine, wo ihnen nach den Renovierungsarbeiten an der Anlage wieder ausreichend Platz zur Verfügung steht.

(Text: PM Stadt Frankfurt)