Erstmals Auszeichnung für starkes Streuobstwiesen-Engagement durch Regionalverband

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(Foto: Berthold Werkmann)

„Der Apfelbote“ ist ein interessantes und unterhaltsames Magazin, rund um die Apfelwein- und Obstwiesenkultur in der Region. Die neue Ausgabe liegt nun druckfrisch vor und beinhaltet nicht nur wie gewohnt spannende und informative Berichte – dieses Mal präsentiert der Apfelbote exklusiv die ersten Gewinner der Auszeichnung „Streuobstkommune des Jahres“.

Streuobstwiesen gelten als die Wiege des Apfelweins und sind ein einzigartiger Naturraum. Doch welche Kommune kümmert sich am engagiertesten um deren Erhalt und Pflege? Um das herauszufinden, hat der Regionalverband FrankfurtRheinMain im Frühjahr einen Wettbewerb ausgelobt.

„Die Bewerber haben es der Jury nicht leicht gemacht“, so das Fazit von Rouven Kötter (SPD), Erster Beigeordneter des Regionalverbands und dort unter anderem für das Thema Streuobst verantwortlich. Der Grund: Viele Bewerbungen waren vorzüglich, einen Preis hätten sicherlich mehr als drei Kommunen verdient gehabt. Doch die Jury musste sich nun einmal entscheiden. Und so fiel die Wahl auf Langen, Maintal und Reichelsheim, jeweils aus unterschiedlichen Gründen.

So hat die Stadt Langen im Kreis Offenbach- zusammen mit ihrer Nachbarkommune Egelsbach als Kooperationspartnerin – die Produktreihe „Siebenschläfer“ auf die Beine gestellt. Daher bekommt die Kommune den Preis gewissermaßen in der inoffiziellen Kategorie „Vermarktung“. Ob Apfelwein, Cidre, Grillsoße oder Praline mit Schuss – auf allen Produkten ist ein Siebenschläfer als Erkennungszeichen abgebildet, der in den Gehölzen der Streuobstwiesen seine Heimat hat. Der Verkaufserlös kommt dem Erhalt der Wiesen zugute.

In Maintal im Main-Kinzig-Kreis wiederum tut sich der Arbeitskreis Streuobst hervor. Dieser macht mit einem fünfjährigen Kartierungsprojekt eine aufwendige Bestandsaufnahme der dortigen Streuobstwiesen. Zugleich spricht der Verein Kita-Gruppen und Grundschulklassen mit umweltpädagogischen Projekten an. Maintal ist insgesamt sehr vorbildlich bei der Unterstützung der örtlichen Streuobst-Akteure und erhält den Preis daher für sein „Gesamtwerk“.

Reichelsheim in der Wetterau wird quasi als „Newcomer“ ausgezeichnet, denn hier sollen die zahlreichen Aktivitäten in den kommenden Jahren erheblich verstärkt werden, wie es das Konzept der Stadt vorsieht. So soll es beispielsweise bald zahlreiche weitere gefiederte Bewohner in den Streuobstwiesen geben. Die Gemeinde lässt hundert Vogelnistkästen bei der Behindertenwerkstatt Wetterau anfertigen und hat auch sonst das Thema Streuobstwiesen immer stärker auf der Agenda. Die Jury möchte mit der Wahl von Reichelsheim zur Streuobstkommune 2021 diese Bemühungen unterstützen. Die Auszeichnung soll hier als weitere Motivation und Anschub dienen, das Begonnene auch fortzuführen und zu stärken.

Alle drei Kommunen können sich nicht nur über den Preis nebst Urkunde freuen, sondern auch über je einen Gutschein für einen Tag mobile Kelter des MainÄppelHauses in ihrer Gemeinde sowie für eine eintägige Fortbildung ihrer Aktiven beim Streuobstwiesenexperten Josef Weimer.

Und die Kommunen, die nicht gewonnen haben? „Ich hoffe sehr, dass dieser Preis als Anreiz und Motivation gesehen wird, sich noch mehr für den Erhalt unserer Streuobstwiesen einzusetzen“, so der Erste Beigeordnete Kötter. „Bereits 2022 werden wir den Preis wieder ausschreiben und freuen uns schon jetzt auf die neuen Bewerbungen.“

Natürlich hat der neue Apfelbote noch mehr zu bieten: Ein Interview mit dem Pomologen Werner Nussbaum sowie ein Artikel über die Obstbrennereien der Region. Zudem gibt der Apfelbote Geschenke-Tipps für die Freunde des Apfelweins und der Streuobstwiese. Dies und natürlich wieder die neuesten Meldungen aus unserer Region. Die Zeitschrift informiert zweimal jährlich über alle Termine rund um die Route und erscheint jeweils im Frühjahr und im Herbst. In jeder Ausgabe werden Aktionen und Termine der aktiven Mitglieder aus den Regionalschleifen veröffentlicht.

Der Apfelbote liegt in Kürze bei den Verbandskommunen und den Mitgliedern und Partnern der fünf Regionalschleifen der Hessischen Apfelwein- und Obstwiesenroute aus. Auf dem Portal www.streuobst-frm.de können Sie die aktuelle Ausgabe digital herunterladen.

(Text: PM Regionalverband FrankfurtRheinMain)