Darmstadt: Machtbarkeitsstudien zu zwei Radschnellwegen

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(Symbolfoto: Renategranade0 auf Pixabay)

Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat in seiner jüngsten Sitzung die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zur Kenntnis genommen, deren Gegenstand die Führung von Radschnellverbindungen durch Darmstadt ist. Das Mobilitätsamt wird nun mit der Planung beginnen – zunächst mit der Innenstadt-Route. Die West-Route soll freigehalten werden und in Teilabschnitten mit Planungen hinterlegt werden.

„Unser Ziel ist es, auf Basis der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie die Umsetzung von zwei Radschnellverbindungen in Nord-Süd-Richtung durch Darmstadt nun planerisch zu vertiefen, da beide Varianten ihre spezifischen Potenziale haben“, erklärt Mobilitätsdezernent Michael Kolmer. „Während die westliche Route vor allem für den überörtlichen Pendlerverkehr interessant ist, bietet die Innenstadt-Route auch große Potenziale für den Alltagsradverkehr in Darmstadt und die bessere Erschließung des Stadtzentrums. Die weitere Planung wird aus dem 4×4-Radverkehrsprogramm finanziert – mit entsprechender Priorität.“

Die Machbarkeitsstudie war von Sommer 2019 bis Herbst 2020 erarbeitet worden, um mögliche Innenstadtrouten zu untersuchen, die den schon in Bau befindlichen Radschnellweg Frankfurt-Darmstadt mit dem vorgesehenen Radschnellweg Darmstadt-Bergstraße verbinden sollen.

Im Ergebnis wurde festgehalten, dass sowohl eine Führung durch das innere Stadtgebiet als auch eine westliche Führung entlang der Bahnstrecken planerisch weiter verfolgt werden soll.

Als geeignetste Route für die innerstädtische Verbindung wurde die mit dem Namen „Gerader Gustav“ betitelte Streckenvariante identifiziert. Von Norden kommend würde die Strecke in Arheilgen entlang der Bahnlinie verlaufen und dann südlich von Merck auf die Frankfurter Straße / Kasinostraße stoßen und über Neckarstraße, Heidelberger Straße und Heidelberger Landstraße nach Eberstadt führen.

Als geeignetste Route für eine westliche Verbindung wurde die mit dem Namen „Schienen-Charlie“ betitelte Streckenvariante identifiziert. Von Norden kommend würde diese Strecke westlich der Bahnlinie zum Hauptbahnhof verlaufen und dann über die neue Geh- und Radwegbrücke weiter entlang der Gleise verlaufen, in Höhe der Lincoln-Siedlung über die Bahngleise wechseln und durch den Wald nach Eberstadt führen.

Sowohl bei den Teilnehmenden im Begleitkreis als auch in der Online-Beteiligung erhielt die Innenstadt-Route „Gerader Gustav“ die meiste Zustimmung, weshalb eine prioritäre weitere Bearbeitung vorgeschlagen wird. Gleichzeitig sollen auch abschnittsweise Planungen für die West-Route „Schienen-Charlie“ weiter verfolgt werden und bei allen künftigen stadträumlichen Planungen die Anforderungen für eine Radschnellverbindung berücksichtigt werden.

Bei der vorgelegten Untersuchung handelt es sich um eine erste Machbarkeitsstudie. Die Machbarkeitsstudie beschreibt, wo prinzipiell und unter welchen Rahmenbedingungen eine Streckenverbindung möglich sein könnte. Es handelt sich also nicht um fertige Planungen, die nur noch umgesetzt werden müssten. Durch die nun beginnende Planung in Teilabschnitten sollen aber möglichst schnell auch Umsetzungen erfolgen. Allerdings sind für die Planung und Bau von neuen Wegeverbindungen häufig auch lange Genehmigungsverfahren erforderlich. Daher können zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Zeitfenster für die Umsetzung von Maßnahmen genannt werden.

(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)