„Stabilitätsanker für millionenfachen Schutz vor Corona“

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(Symbolfoto: Pixabay)

Nach rund 4,7 Millionen Impfungen schließen heute alle 28 Impfzentren in Hessen

Anlässlich der heutigen Schließung aller Impfzentren in Hessen hat Innenminister Peter Beuth den mehr als 5.000 beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Zentren für ihren monatelangen Einsatz gedankt und eine positive Bilanz gezogen. Rund 4,7 Millionen einzelne Schutzimpfungen sind in den 28 hessischen Impfzentren gegen das Corona-Virus verabreicht worden (Erstimpfungen: 2.479.664; Zweitimpfungen: 2.189.854, Auffrischungsimpfungen: 32.858; Stand: 28.09.2021). Damit beträgt der Anteil an allen in Hessen bis heute erfolgten Impfungen (Gesamtanzahl: 8.059.091; Stand: 28.09.2021) knapp 60 Prozent.

„In unseren 28 hessischen Impfzentren ist von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den mehr als 270 vergangenen Tagen Geschichte geschrieben worden. Als unsere Landkreise und kreisfreien Städten Ende 2020 innerhalb kürzester Zeit mit dem Aufbau der Einrichtungen betraut wurden, gab es keine Blaupausen oder Erfahrungswerte, auf die zurückgegriffen werden konnte. Der Betrieb der Impfzentren, die damit verbundene Logistik, der Umgang mit der anfänglichen Mangelware und dem ultratiefgekühlten Impfstoff, die Buchungen von Impfterminen oder die Entsendung mobiler Impfteams mussten von Grund auf neuaufgesetzt werden. Ohne die engagierte Arbeit der Tausenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ohne den engen Schulterschluss mit unseren Kommunen wäre diese logistische Mammutaufgabe nicht zu stemmen gewesen. Unsere Impfzentren wurden schnell zum Stabilitätsanker für den millionenfachen Schutz vor dem Corona-Virus in Hessen. Mit mehr als 4,7 Millionen Impfungen wurde bis zum heutigen Tag unter höchsten Standards hervorragende Arbeit erbracht. Ich danke den vielen Tausend Menschen, die mit großer Verantwortungsbereitschaft in einem gemeinsamen Kraftakt schnell und entschlossen den gerechten und wohnortnahen Zugang zu den Impfungen in den vergangenen neun Monaten sichergestellt haben“, so Innenminister Peter Beuth.

Unerlässliche Anlaufstelle für flächendeckendes Schutzangebot

Die 28 hessischen Impfzentren (IZ) waren insbesondere zu Beginn der Pandemie, als noch keine ausreichenden Impfstoff-Mengen zur Verfügung standen, unerlässlich für einen gerechten Zugang zur Schutzimpfung. Sie waren Anlaufstelle für den flächendeckenden, wohnortnahen und verlässlichen Schutz vor dem Corona-Virus in Hessen. Die Einrichtung und der Betrieb der IZ wurden auch deshalb notwendig, da anfänglich nur geringfügige Mengen von Impfstoff zur Verfügung standen, die anfangs ganz speziellen Anforderungen bezüglich der Transport- und Lagerbedingungen unterlagen. Zudem war es das Ziel, so schnell und effizient wie möglich alle Vorkehrungen zu treffen, um eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürger schnell impfen zu können.

Von den über 60-jährigen geimpften Hessinnen und Hessen wurden in den Impfzentren mehr als 62 Prozent vollständig immunisiert. In der Altersklasse 59 – 18 Jahren betrug dieser Anteil 52 Prozent, bei den 17 bis 12-jährigen insgesamt 47 Prozent.

Nachdem im Monat Januar 2021 aufgrund der geringen Verfügbarkeit von Impfstoff lediglich 162.388 Impfungen in den Impfzentren durchgeführt werden konnten, nahm die Impfkampagne ab dem Frühjahr Fahrt auf. 888.644 in den Impfzentren erfolgte Impfungen im Monat Mai 2021 stellten den Höchstwert innerhalb eines Monats dar. Mit 33.987 Impfungen war der 6. Mai 2021 der Tag mit den meisten Impfungen in den Impfzentren in Hessen.

„Die Einrichtung der 28 hessischen Impfzentren war eine zentrale und notwendige Voraussetzung, um den Kampf gegen die Pandemie erfolgreich zu gestalten. Über die Impfzentren konnte die gerechte und strukturierte Verteilung von Impfstoff sichergestellt werden, um zunächst jene zu schützen, die bei einer Infektion mit einem besonders schweren Verlauf rechnen mussten. Nachdem ausreichend Impfstoff zur Verfügung stand, boten die Zentren für alle Hessinnen und Hessen den wohnortnahen und leichten Anlaufpunkt zu den schützenden Impfungen“, so Peter Beuth.

Mehr als 3,2 Millionen Impfungen erfolgten in den Impfzentren mit dem Impfstoff von Biontech. Darüber hinaus wurden mehr als 800.000 Moderna-, mehr als 600.000 AstraZeneca- und mehr als 80.000 Impfungen mit dem Einmalimpfstoff von Johnson&Johnson vorgenommen.

Impfungen gegen das Corona-Virus gehen weiter

Einhergehend mit ausreichend vorhandenem und logistisch einfacher zu verteilenden Impfstoff ist die von Beginn der Impfkampagne vorhergesehene Regelversorgung durch Haus- und Fachärzte sowie den Öffentlichen Gesundheitsdienst ab dem 1. Oktober 2021 sichergestellt. Die Hessische Impfstrategie zum Schutz der Bevölkerung vor dem Corona-Virus wird dann von den beiden stabilen Säulen Ärzteschaft und Öffentlicher Gesundheitsdienst getragen. Dies gilt natürlich auch für die wichtigen Auffrischungsimpfungen.

Ob und inwieweit einzelne Impfzentren umziehen und/ oder weiterbetrieben werden, entscheidet jede Gebietskörperschaft eigenständig. So wird etwa der Main-Kinzig-Kreis in Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern Impfungen ab Oktober in eigenen „Impflokalen“ anbieten. Die Stadt Frankfurt am Main ist zudem mit ihrem Impfzentrum bereits am 21. September in das Messegelände umgezogen. Der Landkreis Gießen bietet ab Oktober Impfungen in einer eigenen Impfambulanz in Gießen an.

Hintergrund: Impfzentren

Die größte Impfaktion in der Geschichte des Landes Hessen startete am 27. Dezember 2020 mit der ersten Lieferung von zunächst 10.000 Impfdosen durch den Bund. Aufgrund der geringen Impfstoffverfügbarkeit und entsprechend der STIKO-Empfehlung war die hessische Impfkampagne strategisch in drei Phasen gegliedert. So wurden zunächst mobile Impfungen bei jenen vorgenommen, die den Schutz vor dem gefährlichen Virus am dringendsten benötigen: In Alten- und Pflegeeinrichtungen und bei medizinischem Personal, das auf den Covid Intensivstationen gegen das Virus kämpfte. Mit der zunehmenden Bereitstellung von Impfstoff durch den Bund und nachdem ein Großteil in Alten-, Pflegeheimen und Krankenhäusern geimpft werden konnte, wurden sechs Regionale Impfzentren am 19. Januar 2021 eröffnet, die im Wesentlichen die Impfungen bei Frauen und Männern, die 80 Jahre und älter waren, vornahmen. Mit der stetigeren Impfstoffzufuhr nach Hessen wurden dann die weiteren 22 hessischen Impfzentren am 9. Februar 2021 in Betrieb genommen. Die gerechte und strukturierte Verteilung von Impfstoff nach der Corona-Impfverordnung des Bundes war, gerade zu Zeiten noch knapper Impfstoff-Mengen, stets oberste Maxime Impfkampagne in Hessen. Insbesondere der ab Dezember 2020 zur Verfügung stehende Biontech-Impfstoff erforderte zunächst ein aufwändiges Handling unter anspruchsvollen Bedingungen. Er musste (zunächst) bei -70°C transportiert werden und war aufgetaut nur sehr begrenzt haltbar.

Bund übernimmt Hälfte der Kosten

Die Einrichtung und der Betrieb der 28 hessischen Impfzentren unterlagen stets der strikten Beachtung der Grundsätze von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit. Auch wenn detaillierte Zahlen zu den konkreten Kosten für einzelne Impfzentren aktuell noch nicht vorliegen, rechnet das Land nach einer ersten vorläufigen Grobkostenschätzung für Aufbau und Betrieb der Impfzentren mit Durchschnittskosten von rund 1,8 Millionen Euro pro Impfzentrum im Monat. Mithin können bei 28 zu betreibenden Impfzentren Kosten in Höhe von insgesamt 50,4 Millionen Euro pro Monat entstehen. Das Land Hessen und der Bund teilen sich hierbei die Kosten zu je 50 Prozent.

Zuständig für die tatsächliche Kostenabrechnung ist das seitens des Hessischen Sozialministeriums beauftragte Regierungspräsidium Gießen. Es werden dabei nur die Kosten vom Land erstattet, die auch tatsächlich vor Ort anfallen. Wenn ein Landkreis beispielsweise einen Dienstleister mit dem Betrieb eines Impfzentrums beauftragt, hat dieser die Möglichkeit, Personal eigenständig zu beschäftigen und dafür entstehende Kosten der jeweiligen Gebietskörperschaft in Rechnung zu stellen. Das Land erstattet am Ende jedoch nicht mehr als die vereinbarten Höchstsätze. Die Bruttohöchstsätze liegen bei 120 Euro für Ärzte/Apotheker bzw. 50 Euro pro Stunde für medizinisches Personal. Von diesen Höchstsätzen sind ggf. noch Sozialabgaben zu entrichten.

(Text: PM Hessisches Ministerium des Innern und für Sport)