Dietzenbach: Eröffnung einer neuen Fahrradwerkstatt für junge Menschen

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„Badar Miftah (Mitte) schneidet im Beisein von Gretel Marksteiner (l.), Ersten Stadtrat Dr. Dieter Lang (r.) sowie weiteren Unterstützer*innen symbolisch das rote Band durch. Der erste Auftrag - ein platter Reifen - wartet auch bereits auf die Fahrradwerkstatt“ (Foto: ©Kreisstadt Dietzenbach)

Seit August dieses Jahres haben Kinder und Jugendliche aus dem Spessartviertel in Dietzenbach eine neue Anlaufstelle in Sachen Fahrradreparatur. Unter pädagogischer Anleitung haben die jungen Bewohnerinnen und Bewohner die Gelegenheit, das selbstständige Reparieren, Zusammenbauen und Pflegen von Fahrrädern zu erlernen. Die Unterstützung einer nachhaltigen Mobilität, der Aspekt der Partizipation, die Qualifizierung von Jugendlichen sowie die Auseinandersetzung mit Genderrollen sind Schlagworte die diese Initiative begleiten. 

Das durch Mitteln von „Demokratie leben“ geförderte Projekt wird in Kooperation zwischen der Streetwork und dem Jugend-Cafè gemeinsam mit dem Förderprojekt JUSTiQ in den Räumlichkeiten des Bildungshauses realisiert. Jeden Freitag, von 18.00 bis 21.00 Uhr und Sonntag, von 17.00 bis 21.00 Uhr ist die Werkstatt, parallel zum Jugend-Café, geöffnet. 

Das Vorhaben, angelehnt an die Fahrradwerkstatt der Flüchtlingshilfe in der Grenzstraße 47, bestand seit Längerem. Die Bedarfe im Quartier sind groß, denn die Bewohnerschaft hat selten die Möglichkeit, ihre nicht fahrtauglichen Fahrräder alleine wieder in Stand zu bringen. Die neue Mitarbeiterin im JUSTiQ Projekt, Gretel Marksteiner, nahm sich dem an und holte sich Rat bei Herrn Ingo Klingbeil. Gemeinsam mit anderen ehrenamtlichen Helfern betreibt er die Werkstatt für Geflüchtete, war beteiligt an die Errichtung dieser und konnte mit seiner Expertise im Bereich der Fahrradreparatur und -sicherheit erste Tipps geben. 

 

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Gretel Marksteiner erläutert die Idee und die Ziele der neuen Fahrradwerkstatt (Foto:©Kreisstadt Dietzenbach)

Über die Fördermittel wurden dann jegliche Anschaffungen erledigt: „Es ist toll, dass wir Badar Miftah als engagierten Mitstreiter auf Honorarbasis für dieses Vorhaben gefunden haben und gemeinsam alle notwendigen Ressourcen zusammenstellen konnten“ freut sich Frau Marksteiner. 

„In erster Linie bietet dieses Angebot Hilfe zur Selbsthilfe an“, sagt Erster Stadtrat Dr. Dieter Lang. Der Sozialdezernent erklärt weiter: „Mit den passenden Werkzeugen bekommen Jugendliche zwischen 12 und 26 Jahren die Möglichkeit, ihre eigenen Fahrräder kostenlos unter Anleitung von fachkundigem Personal zu reparieren. Dadurch werden sie mit Wissen und Fertigkeiten ausgestattet, die ihnen bei der späteren beruflichen Eingliederung nützlich sind.“ 

Neben Aspekte der Berufsförderung, stellt die offene Fahrradwerkstatt einen Raum der Begegnung dar. Junge Menschen aus den unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen kommen zusammen, knüpfen Kontakte, tauschen sich aus und lernen und helfen einander. Hier übernehmen sie Verantwortung und werden in Entscheidungen einbezogen, was als Stärkung des Selbstvertrauens in das eigene Können nach sich zieht. 

Wichtig ist es, auch bei Mädchen gewisse Hemmnisse fallen zu lassen. Bereits seit der Eröffnung zeigten junge Bewohnerinnen aus dem Quartier Interesse, selbst an den Fahrrädern zu basteln. „Junge Mädchen und Frauen brauchen Vorbilder, gerade in solchen handwerklichen Berufen und wir hoffen, dass wir zukünftig eine weibliche Betreuerin gewinnen können, die mit Fahrradexpertise den Mädels zur Seite steht“ sagt die JUSTiQ Mitarbeiterin. 

„Dieses Projekt wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Dietzenbach im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Landesprogramms „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport.“ 

(Text: PM Kreisstadt Dietzenbach)