Baggerseepiraten am Samstag auswärts gefordert

35
(Symbolfoto: Thomas Wolter auf Pixabay)

Nach der deutlichen Derbyniederlage gegen starke Falken aus Groß-Bieberau war die Enttäuschung im HSG-Lager verständlicherweise groß. Doch nun richten sich die Blicke wieder nach vorne, denn in den nächsten Wochen trifft man durchweg auf unangenehme Gegner.

Den Auftakt zum „Hinrunden-Endspurt“ bildet die Partie in Bad Neustadt am kommenden Samstag. Beim heimischen HSC wollen die Spieler um Kapitän Marco Rhein dann wieder zurück in die Erfolgsspur. Dass das kein Selbstläufer wird, dürfte allen Beteiligten klar sein. „Bad Neustadt wird um jeden Zentimeter Hallenboden kämpfen, darauf müssen wir vorbereitet sein“, blickt Trainer Jan Redmann auf die Begegnung voraus. In der Tat stehen die selbsternannten Rotmilane als Tabellenvorletzter gehörig unter Druck. Mit zwei Unentschieden in Folge hat man zwar zumindest etwas Zählbares auf die Habenseite geschafft, aber der Abstand zum rettenden Platz 6 -den derzeit die Rodgauer belegen- beträgt schon sechs Punkte. Gewarnt sein muss man auf Seiten der HSG vor allem auf die individuelle Klasse der Routiniers wie Linkshänder Maximilian Drude, der beim 20:20 in Coburg zuletzt sieben Treffer erzielte.

Für die Baggerseepiraten wird es vor allem darum gehen, die Negativergebnisse der letzten Wochen aus dem Kopf zu bekommen und sich hundertprozentig auf die vor ihnen liegenden Aufgaben zu konzentrieren. „Wir brauchen am Samstag einen klaren Kopf, clevere Lösungen und vor allem eine bessere Angriffsleistung“, legt Redmann den Finger in die Wunde. Denn vor allem an der eigenen Durchschlagskraft in der Offensive haperte es in den letzten Wochen immer wieder. So liegt denn der Fokus auch klar auf der eigenen Leistung. Mit einem beherzten Auftritt soll der nächste Auswärtssieg gelingen aber dafür muß man bereit sein, in einem harten Kampf auch an die Schmerzgrenze gehen.

Baggerseepiratinnen: Am Samstag um 19.30 Uhr drittes Heimspiel gegen den starken TB Wülfrath

So mancher Fan der Damen der HSG Rodgau Nieder-Roden dürfte mit dem Gedanken gespielt haben, die aktuelle Tabelle auszuschneiden: Nach dem Sieg in Kleenheim stehen die Baggerseepiratinnen in der dritten Liga auf dem dritten Platz. Auch sonst kommt der Zahl drei aktuell eine gewichtige Bedeutung zu: Gelingt im dritten Heimspiel der dritte Heimsieg dieser Saison? Dafür müsste am Samstag, 30. Oktober, ab 19.30 Uhr der TB Wülfrath in der RODAUSTROM Sportarena geschlagen werden. Nach den beiden vorangegangenen Auswärtssiegen wäre es für die Baggerseepiratinnen zudem der dritte Erfolg in Serie. Leicht wird das allerdings nicht werden: Der Tabellensechste aus der Nähe von Wuppertal dürfte deutlich stärker als die bisherigen Teams sein, die 2021 in Nieder-Roden gastierten.

Das weiß auch Ergün Sahin: „Wülfrath spielt eine 6:0-Abwehr und schaltet sofort in den Gegenstoß“, so der HSG-Trainer. „Sie haben auf beiden Außenpositionen sehr schnelle Spielerinnen.“ Aufgepasst werden müsse auf die spielstarke Luisa Kieckbusch im zentralen Rückraum. „Sie zieht die Fäden im Angriff.“ Gefahr droht ebenso aus dem linken Rückraum: „Mit Paula Stausberg gibt es auf dieser Position eine wurfgewaltige Spielerin, die gleichzeitig auch das Auge für die freie Mitspielerin hat“, sagt Sahin. Dennoch wollen die Nieder-Rodenerinnen zunächst vor allem auf sich selbst schauen. Es gilt, defensiv das wieder abzurufen, was in Kleenheim in der Abwehr geleistet wurde. Konkret: „Wir müssen Beton anrühren und unsere Festung mit Herz verteidigen“, fordert der Coach. „Das bedeutet, jeden Ball zu erkämpfen und sofort in den eigenen Angriff überzuleiten.“

Offensiv sind Ruhe und Cleverness erforderlich, es geht darum, Torchancen zu erkennen und herauszuarbeiten. Wie zuletzt soll durch gutes Rückzugsverhalten verhindert werden, dass die Gegnerinnen zu einfachen Treffern kommen. Die zweiwöchige Pause wurde genutzt, sich im Training entsprechend weiterzuentwickeln. „Wir haben viel an Stabilität und Kraft gearbeitet“, berichtet Ergün Sahin. „Außerdem wurde das Zusammenspiel mit den Außenpositionen trainiert und ein Testspiel absolviert.“ Von den zuletzt im Kader befindlichen Spielerinnen sind bis auf Laura Keller alle an Bord des Piratenschiffs. Die Kapitänin trainiert nach ihrer Verletzung aus dem Kleenheim-Spiel bereits wieder. Die medizinischen Untersuchungen waren positiv, was erfreulich ist. „Trotzdem wollen wir nichts überstürzen und Laura die Zeit geben, richtig fit zu werden“ wägt Trainer Sahin ab. „Es wird schließlich noch eine sehr lange Runde.“ Da braucht es alle Körner, damit Nieder-Rodens Fans die Tabelle noch häufiger ausschneiden können.

(Text: PM HSG Rodgau Nieder-Roden)