Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg beim Pogrom-Gedenken an der Festhalle

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Anne Kahn und Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg auf der Gedenkfeier zur Novemberpogrome an der Festhalle. (Foto: Holger Menzel)

In den Tagen nach der Pogromnacht 1938 wurden 3.000 jüdische Männer aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet in die Festhalle gebracht, misshandelt und später in Konzentrationslager gebracht. Viele von ihnen wurden ermordet.

Am Mittwochabend, 10. November, gedachte Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg gemeinsam mit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, des Bundes der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) diesen Verbrechen mit einer Mahnwache vor der Festhalle.

„Für die Nationalsozialisten waren die Pogrome ein Test. Man wollte einen Volkszorn inszenieren und wartete auf die Reaktion der Bevölkerung. Würden die Bürgerinnen und Bürger die Drangsalierung, die Angriffe auf ihre Nachbarn hinnehmen? Oder würden sie einschreiten? Wir kennen die traurige Antwort: Kaum jemand ist eingeschritten“, sagte Eskandari-Grünberg.

Lediglich der christliche Hausmeister der Westend-Synagoge habe sich den Angriffen entgegengestellt. Ansonsten hätten die Menschen gleichgültig reagiert. „Es gibt für diese Kälte keine Ausrede. Es gibt keine Ausrede, den Nachbarn nicht zu helfen, wenn sie bedroht werden.“

Auf dem Platz vor der Festhalle erinnert eine Gedenktafel an die Geschehnisse vom November 1938. Damals war unter den Juden, die dort zusammengetrieben wurden, auch der Opernsänger Hans Erl. Ihn zwang ein NSDAP-Gauleiter, die Mozart-Arie „In diesen heiligen Hallen“ zu singen. Zur Erinnerung daran ist der Vortrag dieser Arie Teil der jährlichen Gedenkveranstaltung des VVN-BdA.

„Damit solche Verbrechen nie wieder geschehen, braucht es den Zusammenhalt und die Erinnerung an das, was geschehen ist“, sagte Eskandari-Grünberg. „Gesellschaftlicher Zusammenhalt kann nicht exklusiv, gesellschaftlicher Zusammenhalt kann nicht ausgrenzend sein. Er muss für alle gelten.“

(Text: PM Stadt Frankfurt)