Kreis Groß-Gerau verleiht Come-Together-Preis

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Der Kunst-Kubus als Ort der Preisverleihung: Der Come-Together-Preis wurde im Bischofsheimer Kunstwürfel verliehen. Das Bild zeigt die Geehrten mit Landrat Thomas Will. (Bild: Kreisverwaltung)

Landrat Thomas Will hat Persönlichkeiten und Gruppen aus dem Kreis für ihr Engagement für Demokratie und Menschenrechte mit dem Come-Together-Preis 2021 ausgezeichnet. Dieses Jahr mit neuem Setting und alternativen Konzept: Die Verleihung fand als Videoaufzeichnung mit dem Showpaket-Duo Andrea Engler und Axel Schiel im Kunstwürfel Bischofsheim statt.

„Wir haben uns bewusst für diesen außergewöhnlichen Ort entschieden, denn der Kunstwürfel setzt allein durch sein Äußeres ein Zeichen gegen die Einheitsnorm“, sagte Patrizia Frank, WIR-Koordinatorin im Büro für Integration des Kreises. „Wir haben uns vom Ort und von allen Beteiligten inspirieren lassen“, so Patrizia Frank. So auch von der singenden Cellistin MARA, die einst den „klassischen Mainstream“ verließ, um ihre eigenen kreativen Wege zu gehen. Symbolisch dafür, dass Menschen die sich ehrenamtlich für die Themen Demokratie und Menschenrechte einsetzen, Geduld, Kraft, Kreativität und auch Mut benötigen, erhielten die Preisträger*innen Schnitzwerkzeug und Holz, welches „geformt werden möchte“. Genau wie bei ihrem ehrenamtlichen Einsatz benötigen sie dazu Geduld, Kraft, Kreativität und Mut und am Ende wird etwas sehr Individuelles und Besonderes entstehen.

Der kleine Kubus für Kunst und Kultur, in dem unter dem vorherrschenden Hygienekonzept derzeit nur 30 Personen Platz finden können, bot mit den Kunstwerken an der Wand in der Tat einen sehr kreativen Rahmen für die Veranstaltung. Der Verein Kunstwürfel e.V. habe sich unter anderem zum Ziel gesetzt, die Welt „bunter und besser zu machen“, betonte Landrat Will. Diese Haltung passe hervorragend zur Philosophie der Come-Together-Ehrung: „Mit dem Preis feiern wir die Vielfalt unserer Gesellschaft und stellen dafür das Engagement in den Vordergrund.“ Er sei jedes Mal aufs Neue bewegt, wie viele Menschen sich im Kreis sich für den demokratischen Zusammenhalt stark machen. Der Preis wurde heute bereits zum 24. Mal verliehen.

Acht würdige Preisträger*innen sind ausgezeichnet worden – hinter ihnen freilich stehen noch viel mehr Engagierte, jene, die mit ihnen in den Gruppen wirken. Für sie war im Kunstwürfel die Bühne bereitet: Martin Türck, Dr.in Sylvia Schneider, Julia Alcocer Maestre für den Verein T U N e. V. Raunheim – Toleranz unter Nationen, Johanna Katharina Vogel als Vertreterin der AG „NG queer & friends“ des Neuen Gymnasiums Rüsselsheim, Monika Hettwer, Paul-Heinz Steffgen, Claudia Weller und Gerhard Wicht. In Videoclips, die jeweils zu Beginn der Preisübergabe eingespielt wurden, erfuhr das Publikum, für welches Engagement die Personen geehrt wurden. Laudator*innen würdigten darin die Leistungen. Im Anschluss übergaben Patrizia Frank und Landrat Will die Urkunden und als symbolisches Geschenk das Holzschnitzset.

Mit Martin Türck startete die Preisverleihung. Seit 2017 an der Schule, ist er nicht nur Lehrer für Wirtschaft und Politik, er schaut, so Laudator und Schulleiter Martin Gonnermann, „weit über den Tellerrand hinaus“. Türck hat die Kreativ AG an den Beruflichen Schulen Groß-Gerau ins Leben gerufen und fördert damit Kreativität und Integration der jungen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrer bisherigen Bildungskarriere. Für das soziale Engagement wurde Dr.in Sylvia Schneider, Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins EfA – Essen für Alle – geehrt. Mit ihren Aktionen erreicht der Verein viele Menschen im Kreis: EfA mit seinen aktuell rund 40 Aktiven engagiert sich ehrenamtlich in der Lebensmittelrettung, Aufklärung gegen Lebensmittelverschwendung und Verteilung an soziale Einrichtungen, Alleinerziehende sowie ältere Menschen – ohne Berechtigungsschein. Die Abholstationen sind inzwischen zu einem sozialen Treffpunkt geworden, ganz besonders für ältere und auch (neu-)zugewanderte Menschen, die sonst wenig Sozialkontakte haben. Zudem finden Koch-Workshops mit Schüler*innen statt, um das zubereiten schneller, schmackhafter, gesunder und preiswerter Menü´s zu erlernen. An den Beruflichen Schulen des Kreises Groß-Gerau lehrt Frau Schneider eine INTEA-Intensivklasse, in denen zugewanderte Jugendliche teils wenig Hintergrundwissen zu Lebensmittelverschwendung in Deutschland und Restezubereitung haben.

Die dritte Ehrung schließlich ging an den Raunheimer Verein „TUN“, „Toleranz unter Nationen“, der seit 1998 existiert. Der Verein fördert das gegenseitige Verständnis von Menschen, die die unterschiedlichsten Geschichten mitbringen. Durch vielfältige Projekte leistet der Verein einen wesentlichen Beitrag zum respektvollen Zusammenleben in Raunheim. Dafür wurde die Gründerin und Vorsitzende Julia Alcocer Maestre ausgezeichnet. Die 15-Jährige Schülerin Johanna Katharina Vogel wurde als Vertreterin der AG „NG queer and friends“ geehrt. Die Arbeitsgemeinschaft setzt sich seit drei Jahren am Neuen Gymnasium in Rüsselsheim für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt ein. Die Jury war beeindruckt von dem Konzept, „mit neuen Ideen den Alltag vielfältiger zu gestalten“.

Monika Hettwer, Paul-Heinz Steffgen, Claudia Weller und Gerhard Wicht aus Büttelborn erhielten ihre Laudatio höchstpersönlich von Elke Jurischka-Leimbach. Sie hatte die Gruppe vorgeschlagen, weil sie sich seit 2015 rührend und kompetent um eine 13-köpfige afghanische Familie kümmert. Das Quartett bringt ganz unterschiedliche Qualifikationen ein, mit denen im Laufe der Jahre viele Fragen geklärt werden konnten. Der herzliche Applaus war ihnen ebenso wie den anderen Preisträger*innen sicher.

Hinweis: Die Videoaufzeichnung der Come-Together Preisverleihung 2021 wurde vom Showpaket-Duo Andrea Engler und Axel S. produziert und ist online auf dem Youtube-Kanal des Kreises Groß-Gerau abrufbar. Hier geht es zum Video.

(Text: PM Kreis Groß-Gerau)