Stadt Rödermark gedachte der Opfer von Kriegen und Gewalt

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(Foto: Stadt Rödermark)

Bei einer erstmaligen gemeinsamen Gedenkfeier für beide großen Stadtteile gedachten am vergangenen Sonntag, dem Volkstrauertag, die VdK-Ortsverbände, Offizielle der Stadt, der Kirchen sowie Bürgerinnen und Bürger der Opfer von Kriegen, Terror, Verfolgung und Gewalt.

Gestaltet wurde die Gedenkstunde – diesmal auf dem Friedhof Ober-Roden – vom Posaunenchor der Petrusgemeinde Urberach und der Europa-Songgruppe der Nell-Breuning-Schule, die zum ersten Mal dabei war. Die Stadt und die VdK-Ortsverbände wollten damit neue Wege gehen, „um auch junge Menschen anzusprechen“, so Bürgermeister Jörg Rotter. Ansprachen hielten nach der Begrüßung durch den Bürgermeister der stellvertretende Vorsitzende des VdK Ober-Roden, Bernd Otto Hergesell, und Pfarrer Carsten Fleckenstein von der evangelischen Kirchengemeinde Ober-Roden. Zusammen mit den VdK-Vertretern legten Bürgermeister Jörg Rotter und Stadtverordnetenvorsteher Sven Sulzmann an den Ehrenmalen Kränze nieder.

Bürgermeister Rotter erinnerte an das Leid, das von deutschem Boden ausgegangen sei. „Wir sind uns darüber bewusst, dass diese – unsere – Geschichte und der Umgang damit auch unserer Verantwortung unterliegt. Wir haben das gespürt, als wir mit unseren Freunden aus Plesna im September 2019 die vielen Friedhöfe in Südostpolen besucht haben – liebevoll gepflegte Friedhöfe mit gefallenen Soldaten aus Polen, Österreich, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Russland und Deutschland. Und wir haben gespürt, dass die Entscheidung, Städtepartnerschaften gerade mit Gemeinden in Osteuropa einzugehen, von großer Tragweite sind, und das dies auch dort so wahrgenommen wird. Das Treffen in Polen stand unter dem Leitsatz ‚Erinnerung, Versöhnung, Verantwortung‘. Dem fühlen wir uns am heutigen Volkstrauertag auch denjenigen gegenüber verpflichtet, derer wir an diesem besonderen Tag hier gedenken.“

Die Gründung seines Verbandes sei eine unmittelbare Folge des schrecklichen Krieges gewesen, sagte Bernd Hergesell. Es sei damals darum gegangen, die Kriegsopfer und ihre Familien zu unterstützen. Hergesell machte aber auch deutlich, dass der Sozialverband VdK aus der Erfahrung des Zweiten Weltkrieges heraus seine Verpflichtung erkenne, die Ursachen für die Entstehung von Hass und Gewalt zu bekämpfen. „Ich appelliere deshalb an Sie: Treten Sie für die gegenseitige Unterstützung der verschiedenen Kulturen ein!“

„Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi“ – unter diesen Satz aus dem 2. Korintherbrief stellte Pfarrer Carsten Fleckenstein seine Ansprache. Das bedeute, „dass alles, was wir tun oder unterlassen, Konsequenzen hat.“ Alles komme noch einmal zur Sprache. „Heute am Volkstrauertag bringen wir die Opfer zur Sprache, die die beiden Weltkriege gekostet haben, nicht zuletzt durch das Verschulden unseres Volkes. Heute bringen wir die gegenwärtigen Opfer zur Sprache, die sinnlose Gewalt erleiden mussten, wie etwa die Opfer der Gewalttat in Hanau. Indem wir an sie erinnern, bemühen wir uns, den Tätern nicht nachträglich Recht zu geben. Denn die Opfer dem Vergessen anheim zu geben, wäre genau dies: Den Tätern nachträglich recht zu geben.“

(Text: PM Stadt Rödermark)

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