Gegen häusliche Gewalt: Münster weist auf Hilfsangebote hin

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Kristina Löbig (l.) und Tamara Wolf vom Büro für Chancengleichheit der Gemeinde Münster präsentieren einen der Banner, die auf das Hilfetelefon hinweisen. (Foto: GM/Meike Mittmeyer-Riehl)

Am Donnerstag, 25. November, ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen

Der Aktionstag wurde 1999 von der Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um darauf aufmerksam zu machen, dass Millionen Frauen weltweit aufgrund von Unterdrückung und Gewalt nach wie vor nicht in den vollen Genuss ihrer Menschenrechte und Grundfreiheiten kommen.

Auch im Landkreis Darmstadt-Dieburg ist das Problem allgegenwärtig: Für das Jahr 2020 weist das Polizeipräsidium Südhessen 370 Delikte häuslicher Gewalt im Kreis aus – der Großteil der Opfer sind Frauen. Bei den Straftaten ist, wie in den vergangenen Jahren auch, ein deutlicher Anstieg von 31,2 Prozent zu erkennen. Die Beratungsstellen im Netzwerk Gewaltschutz berichten davon, dass die Schwere der Gewaltvorfälle im Zuge der Pandemie sogar noch zugenommen hat.

Drei Banner hängen jetzt in Münster – Fotos teilen!

„Das ist ein alarmierendes Zeichen und zeigt, dass der Bedarf auch bei uns im Landkreis groß ist, viele Frauen aber nach wie vor nicht wissen, wo sie Hilfe und Unterstützung bekommen können“, sagen Kristina Löbig und Tamara Wolf vom Büro für Chancengleichheit der Gemeinde Münster. Aus diesem Anlass wurden an gut sichtbaren Orten in Münster Banner aufgehängt, die auf das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ aufmerksam machen. Haben Sie die Plakate schon entdeckt? Dann machen Sie gern Fotos davon und teilen die Bilder unter dem Hashtag #Schweigenbrechen in sozialen Netzwerken, um noch mehr Menschen darauf aufmerksam zu machen. Das Hilfetelefon 0800 116 016 ist ein vertrauliches, kostenfreies 24-Stunden-Beratungsangebot, das anonyme, mehrsprachige und barrierefreie Hilfe bietet. „An dieser Stelle bedanken wir uns auch beim FSV Münster für die Unterstützung der Aktion“, so Löbig und Wolf.

Im Kreis gibt es ein breites Hilfsangebot für Betroffene. So fanden im vergangenen Jahr 50 Frauen und 51 Kinder Schutz im Frauenhaus des Landkreises, wie aus Statistiken des Netzwerks Gewaltschutz hervorgeht. Auch der Beratungsbedarf ist groß: Allein bei der Beratungsstelle Frauen helfen Frauen e.V. in Dieburg wurden 232 Betroffene unterstützt, ob persönlich, per Telefon oder auch online. So lange es Gewalt gegen Frauen gibt, wird es auch leider den Aktionstag geben müssen, um darauf aufmerksam zu machen.

Am 25. November weht auch wieder die Fahne von „Terre des Femmes“ vor dem Rathaus, um ein Zeichen zu setzen. Die diesjährige Botschaft läuft unter dem Schlagwort #Bornequal. Einen Überblick über das Hilfsangebot im Landkreis und Veranstaltungen rund um den Aktionstag gibt es auch online auf https://www.ladadi.de/gesellschaft-soziales/frauen-und-chancengleichheit.html.

(Text: PM Gemeinde Münster/Hessen)

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