Gemeinde Eppertshausen gibt Tipps um Ratten-Verbreitung zu begrenzen

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(Symbolfoto: sipa auf Pixabay)

Die Ratten in der „Unterwelt“ von Eppertshausen werden gut versorgt und finden im Kanal stets einen reich gedeckten Tisch! Was Sie über Ratten wissen sollten!

Wir unterscheiden zwei Arten: Die Wanderratte (Rattus norvegicus) und die Hausratte (Rattus rattus). Die Wanderratte hat inzwischen bei uns die Hausratte weitestgehend verdrängt. Der Begriff „Wanderratte“ ist irreführend, denn die Tiere sind wahre „Lokalpatrioten“ und besiedeln gern das Umfeld von Menschen. Sie können daher überall angetroffen werden.

Die Wanderratte lebt heute bevorzugt in der Nähe von Abwasserkanälen und nicht im wasserführenden Abwasserkanal in unseren Ortschaften, wo sie genügend Abfälle findet, die als Nahrungsgrundlage dienen. Der Kanal erleichtert den Ratten die Bewegung im Untergrund und ist sozusagen ein fertiges Tunnelsystem mit Restaurantbetrieb. Zum Beispiel unbenutzte trockene Kanalhaltungen, alte nicht verschlossene Hausanschlüsse, idealerweise mit einem direkten Zugang zu Haus und Hof finden die Ratten sehr attraktiv. Sie springt, schwimmt und taucht gut und kann daher nahezu überall eindringen und findet überall ungestörte Rückzugs- und Nistmöglichkeiten – im öffentlichen wie im privaten Bereich.

Im Allgemeinen wird geschätzt, dass die Anzahl unserer unterirdischen Mitbewohner mindesten genauso hoch ist wie die Anzahl der oberirdischen Einwohner. In Eppertshausen also circa 6.000.

Sind Ratten eine Gefahr?

Aus dem Mittelalter sind die verheerenden Pestepidemien überliefert, die durch den Rattenfloh übertragen wurden. Zwar ist die Pest aus Europa verschwunden, trotzdem kommen Ratten auf ihren Streifzügen durch die Kanalisation, Komposthaufen, Müllablagerungen usw. ständig mit vielen Krankheitserregern in Kontakt und können diese über ihren Urin bzw. Kot auf Nahrungsmittel, andere Tiere und Menschen übertragen.
Die Ratten gehören zur Umwelt und zur Zivilisation.

In erster Linie ist es wichtig die Verbreitung zu begrenzen und die Ursachen zu beseitigen:
– Keine Küchenabfälle über das WC entsorgen!
– Keine Lebensmittel achtlos wegwerfen!
– Keine Essensabfälle auf offenen, ungesicherten Komposthaufen entsorgen!
– Futterstellen für Vögel und Haustiere unerreichbar für Ratten platzieren und heruntergefallenes Futter regelmäßig entfernen!
– Entrümpeln von Kellern, Schuppen und Höfen zur Reduzierung von Nistmöglichkeiten!
– Gebäudeschäden wie Ritzen, Fugen sowie Durchbrüche schließen!
– Schäden im Kanal beseitigen und bissfeste Rückstauklappen einbauen!
– Lagerung von Müll in verschlossenen Gefäßen!

Rattenbekämpfung mit Giftködern

Die Bekämpfung auf den Grundstücken und in den dortigen Kanälen ist die Aufgabe der jeweiligen Grundstückseigentümer und Grundstückseigentümerinnen. Die Ratten im Sammelkanal wurden bis vor Kurzem mit Giftködern, welche auf den Banketten der Kanalschächte ausgelegt wurden, bekämpft. Im Regenwetterfall wurden die Köder mit dem ansteigenden Wasserstand im Kanal überspült. Ein Einsatz von Gift ist in diesem Fall gesetzlich nicht mehr erlaubt ist. Die Biozide (antikoagulante Rodentizide) dürfen nicht mit Wasser in Berührung kommen, da dies beim Abwasserreinigungsprozess nicht entfernt werden kann und somit in die aquatische Umwelt gelangt. Die Gemeindeverwaltung hat daher ein autorisiertes Unternehmen beauftragt, welches die Ratten im Kanal mittels Schlagfallen bekämpft.

Ziel der Rattenbekämpfung ist es also in erster Linie die Ursachen zu bekämpfen und die „Rattenbevölkerung“ zu begrenzen, denn eine Ausrottung ist kaum möglich.

(Text: PM Gemeinde Eppertshausen)

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