Rödermark: Turngemeinde, Turnerschaft und KSV sagen erneut ihre Fastnachtssitzungen ab

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Volle Hallen bei Fastnachtssitzungen, wie hier bei der TS-Damensitzung im Januar 2020, wird es in Rödermark im kommenden Januar und Februar nicht geben. (Foto: PS)

Um den 11.11. herum bestand noch eine Resthoffnung, dass die Fastnachtssitzungen in der Kampagne 21/22 mit Hilfe der 2G-Regel über die Bühne gehen können. Diese Hoffnung haben die Vereine mittlerweile aber begraben. In den vergangenen Tagen sagten die Turnerschaft, die Turngemeinde und der KSV ihre für Januar und Februar geplanten Fremdensitzungen ab.

Bei der Turngemeinde war man nach einjähriger pandemiebedingter Pause noch relativ „normal“ in die Kampagne gestartet. Am 13. November war das neue Prinzenpaar Boris I. und Sandra I. den Fastnachtern auf dem Rathausplatz vorgestellt worden, eine knappe Woche später fand zudem unter 2G die Herrensitzung in der TG-Halle statt. Dort waren für Januar und Februar auch insgesamt drei Fremdensitzungen geplant. Die musste der Vereinsvorsitzende und Karnevalsabteilungsleiter Karlheinz Weber nun schweren Herzens absagen. „In Anbetracht der hohen Coronazahlen und der damit verbundenen Vorgaben ist es nicht möglich und unverantwortlich Veranstaltungen in dem gewohnten Rahmen stattfinden zu lassen“, schreibt der Verein in einer Pressemitteilung. Noch im Sommer war man bei der TG optimistisch gewesen, in dieser Kampagne wieder durchstarten zu können.

Volle Hallen bei Fastnachtssitzungen, wie hier bei der KSV-Fremdensitzung im Februar 2020, wird es in Rödermark im kommenden Januar und Februar nicht geben. (Foto: PS)

Daraus wird nun nichts. Das stimmt große und kleine Fastnachter traurig. Die vorbestellten Eintrittskarten waren noch nicht zugestellt worden, sie verlieren damit ihre Gültigkeit. „So traurig das für uns alle ist, so sicher sind wir uns, das Richtige zu tun. Bleibt gesund, lasst euch nicht unterkriegen und tragt ein Owweroure Hellau allzeit im Herzen. Egal was kommt. Und denkt immer an die Worte eines großen Mainzer Philosophen: Heile, heile Gänsje, es wird bald wieder gut“, schrieb TG-Sitzungspräsident Sascha Reisert in den sozialen Medien. „Hoffen wir alle, dass wir die Fastnacht in 2023 in alter Tradition, wie früher wieder feiern können.“

Ein ähnliches Bild bei der Turnerschaft: Zum zweiten Mal in Folge ist die Unterhaltungsabteilung der TS gezwungen, ihre Fastnachts-Veranstaltungen für die Kampagne abzusagen. Dies betrifft vor allem die geplante Ladies Night (28. Januar), sowie die Tanz-und-Spaß-Sitzung (19. Februar). Beide Veranstaltungen sollten sicher durchgeführt werden, nun muss einmal mehr alles ausfallen. „Wir müssen leider der aktuellen Corona-Lage Tribut zollen. Die Entscheidung noch zwei bis drei Wochen aufzuschieben, hätte wohl nichts geändert, zumal unsere Veranstaltungen Planungsvorlauf benötigen“, so die Abteilungsleitung um Nadine Simon-Gerl, Peter Hubert, Philipp Köhl und Max Auth, der zugleich TS-Sitzungspräsident ist. Seit Dienstag ist auch klar, dass 2G+ keine Option für Fastnachtsveranstaltungen ist.

In einer internen E-Mail an die gesamte Abteilung brachte das Leitungsteam aber auch ihre Sorgen zum Ausdruck, inwiefern die zweite Absage in Folge die Motivation, Leidenschaft und Einsatzbereitschaft der TS-Fastnachter – auch der Jugendlichen im Verein – beeinflusst. Deshalb hält sich die Abteilungsleitung interne Events im Freien im neuen Jahr erstmal offen. „Vielleicht können wir an unsere Winterwanderung anknüpfen und wenigstens unsere eigenen Leute in Fastnachtsstimmung bringen. Da haben wir verschiedene Ideen wie eine solche Veranstaltung aussehen könnte,“ macht das Leitungsteam Hoffnung auf das Jahr 2022.

Volle Hallen bei Fastnachtssitzungen, wie hier bei der KSV-Fremdensitzung im Februar 2020, wird es in Rödermark im kommenden Januar und Februar nicht geben. (Foto: PS)

Auch beim KSV Urberach hatte man vor ein paar Wochen auf dem Parkplatz vor der Vereinshalle noch mit einer Resthoffnung auf mehrere Fremdensitzungen Kampagneeröffnung gefeiert. Angesichts der Pandemieentwicklung hat sich die Leitung der Karnevals-Abteilung des KSV aber nach intensiven Diskussionen und einem regen Austausch mit den Karnevalsabteilungen aus dem näheren Umkreis schweren Herzens dazu entschieden, die Sitzungen abzusagen. Seine Fremdensitzungen hatte der Verein für den 5. und 12. Februar geplant. „Das ist schade“, sagte KSV-Sitzungspräsident Lars Löbig. „Die aktuelle pandemische Lage mit all den Verordnungen (2G/2G-plus) und den damit einhergehenden Einschränkungen lassen uns leider keine andere Wahl als unsere geplanten Veranstaltungen ersatzlos zu streichen. Ein fröhliches gemeinsames Feiern ist unter diesen Umständen einfach nicht möglich“, schrieb der Verein in einer Mitteilung. „Wir bedauern diese Entscheidung sehr, aber die Gesundheit unserer Mitglieder sowie unserer Gäste hat oberste Priorität. Die Fastnachter des KSV stecken aber nicht den Kopf in den Sand, sondern planen einige Aktivitäten, damit all das bisher Einstudierte (Gardetänze, Vorträge etc.) nicht völlig umsonst war.“

Noch nicht abgesagt ist bislang der Orwischer Rosenmontagszug, den der KSV seit vielen Jahren veranstaltet. Für den hat man im Verein noch eine Resthoffnung.

(Text: PS/PM)

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