Fraport und EnBW schließen Stromabnahmevertrag für Offshore-Windpark „He Dreiht“ ab

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(Symbolbild: Nicholas Doherty auf Unsplash)

85 Megawatt grüne Offshore-Windenergie verbessern künftig den CO2 Footprint des Flughafenbetreibers am Heimatstandort Frankfurt Airport.

Die börsennotierte Betreibergesellschaft des Flughafens Frankfurt Fraport AG und die Karlsruher EnBW haben ein Corporate Power Purchase Agreement (CPPA) über den Bezug von Windenergie abgeschlossen. Über den langfristigen Stromabnahmevertrag sichert sich Fraport 85 Megawatt (MW) Leistung aus dem insgesamt 900 MW starken EnBW Windpark „He Dreiht“ in der deutschen Nordsee. Das CPPA ist mit Beginn des zweiten Halbjahres 2026 über eine Laufzeit von 15 Jahren ausgelegt.

Mit dem Auslaufen der klassischen EEG-Förderung entwickeln sich PPAs zu einem zentralen Instrument der Energiewende: Entwicklern von Erneuerbaren-Projekten ermöglichen sie eine verlässliche Finanzierung, Abnehmer unterstützen sie dabei, auch ambitionierte Klimaziele zügig zu erreichen. „Langfristige Stromabnahmeverträge sind eine Antwort des Marktes darauf, die Energiewende auch ohne staatliche Unterstützung voran zu bringen“, erklärt EnBW CEO Frank Mastiaux. „Von PPAs profitieren Unternehmen, Projektentwickler und Klima gleichermaßen. Sie sind für uns der Schlüssel zwischen Strom aus Erneuerbaren Energien und dem Kunden.“

Weite Teile der Stromversorgung bereits umgestellt

Mit dem operativen Beginn des CPPA im Sommer 2026 stellt Fraport weite Teile der Stromversorgung am Heimatstandort Frankfurt Airport auf grün um. Vorstandsvorsitzender Dr. Stefan Schulte würdigt die Vertragsunterzeichnung als wichtigen Meilenstein der fortschreitenden Dekarbonisierung seines Unternehmens: „Erneuerbare Energieträger wie Wind- und Sonnenkraft stehen im Fokus unserer Klimaschutzstrategie. Sie bilden das solide Fundament unseres umfangreichen Maßnahmenpakets zur konsequenten Reduktion des CO2-Ausstoßes. Das klare Ziel: Bis 2045 möchten wir am Flughafen Frankfurt CO2-frei werden. Die erworbene Leistung aus dem neuen Offshore-Windpark wird uns hierbei entscheidend voranbringen“, sagt er. „Als Flughafenbetreibergesellschaft sind wir in besonderem Maße auf eine verlässliche, stabile und unserem auch künftig wachsenden Bedarf entsprechende Versorgung angewiesen. Mit EnBW haben wir hierfür einen starken Partner gefunden“, erklärt Schulte. „Das CPPA erschließt uns im Vergleich zu einer ‚herkömmlichen‘ Stromversorgung, von der wir bislang abhängig waren, ein Einsparpotenzial von bis zu 80.000 Tonnen CO2 pro Jahr.“

85 Megawatt grüne Energie aus der Nordsee

Mit dem Projekt „He Dreiht“ leitete die EnBW 2017 einen neuen Trend auf dem Offshore-Markt ein: Das Unternehmen hatte sich in der ersten Ausschreibung in Deutschland mit einem Null-Cent-Gebot den Zuschlag für den 900 Megawatt großen Windpark gesichert. „He Dreiht“ wird rund 90 Kilometer nordwestlich von Borkum und ungefähr 110 Kilometer westlich von Helgoland errichtet und soll 2025 in Betrieb gehen, die Investitionsentscheidung ist für 2023 geplant. Der rund 60 Windturbinenanlagen starke Park zählt derzeit zu den europaweit größten Projekten der Energiewende. Erstmals sollen Turbinen mit einer Leistung von 15 Megawatt zum Einsatz kommen. Zum Vergleich: Deutschlands erster Offshore-Windpark, der 2011 errichtete EnBW Baltic 1, verfügt pro Turbine über 2,3 Megawatt Leistung.

Der Abschluss des CPPA mit Fraport ist zugleich Startschuss für die Vermarktung weiterer Strommengen aus „He Dreiht“. 2022 will die EnBW ihre Aktivitäten ausweiten, so dass weitere Unternehmen ihre Klimaziele durch den Abschluss von PPAs erreichen können. Auch für die derzeit im Bau befindlichen förderfreien Photovoltaik-Großprojekte Gottesgabe und Alttrebbin mit jeweils 150 Megawatt plant die EnBW eine Vermarktung über langfristige Stromabnahmeverträge. Für den größten Solarpark in Deutschland, Weesow-Willmersdorf, laufen bereits konkrete Gespräche.

PPA zentrales Element von Klimaschutzstrategie

Am größten deutschen Luftverkehrsdrehkreuz Frankfurt Airport wird die grüne Energie aus dem PPA mit EnBW ab 2026 unter anderem in den Betrieb dreier Terminals und zahlreicher weiterer Gebäude fließen. Außerdem sorgt der Strom aus Windkraft auf dem 25 Quadratkilometer großen Betriebsgelände für ein gut ausgeleuchtetes Vorfeld mit vier Start- und Landebahnen sowie für den Antrieb von mehr als 500 Fahrzeugen der wachsenden E-Flotte.

Seit einem Jahr produziert Fraport über eine erste eigene Photovoltaik-Anlage im Megawattbereich auch selbst grüne Energie. Perspektivisch sollen auf neu geplanten und bestehenden Dachflächen sowie entlang der Runways weitere Anlagen folgen. Auch Windkraft aus EEG-Parks, deren Förderung ausgelaufen ist, fließt in den Strommix des Airports. Dieser ist bewusst breit aufgestellt, um jederzeit einen reibungslosen, sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Neben der Umstellung auf regenerative Energien setzt Fraport innerhalb der Klimaschutzstrategie am Flughafen Frankfurt auf die sukzessive energetische Optimierung bestehender Infrastruktur, intelligente Klimatechnik, LED-Technologie sowie fortschreitende Elektrifizierung der Fahrzeugflotte.

Klimaschutz ist bereits seit 1997 wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie der Fraport AG. Über die mittlerweile seit 22 Jahren erfolgende Zertifizierung durch das Eco-Management und Audit Scheme (EMAS) stellt Fraport sicher, dass alle wesentlichen Umweltauswirkungen des Frankfurter Flughafenbetriebs stetiger Kontrolle unterliegen. Trotz der anhaltenden Krisenlage im Luftverkehr investiert das Unternehmen unverändert in sein umfangreiches Maßnahmenpaket, um die eigenen Umweltleistungen konsequent zu verbessern. Das nun abgeschlossene PPA trägt dazu künftig maßgeblich bei.

(Text: PM Fraport AG)