Gebeine aus Gräbern am Frankfurter Dom wieder beigesetzt

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Stadtdekan Johannes zu Eltz mit Dombaumeisterin Julia Lienemeyer. (Foto: Elke Sichert)

Wegen Bauarbeiten musste eine neue Ruhestätte gefunden werden

In einer kleinen Zeremonie sind am Dom mehrere hundert Jahre alte Gebeine wieder beigesetzt worden. Sie wurden im Zuge von Bauarbeiten im südöstlichen Domgarten freigelegt, wo in früheren Zeiten der Domfriedhof war. Eine neue Ruhestätte fanden die Gebeine jetzt im südwestlichen Teil des Domgartens. Dort wurden sie durch Stadtdekan Johannes zu Eltz in Anwesenheit von Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff und Dombaumeisterin Julia Lienemeyer beigesetzt. Nach der Segnung wurden die beiden Grabstätten komplett mit Erde gefüllt. Auf zwei beigefügten Metalltafeln ist das Datum der Wiederbestattung vermerkt, um künftigen Generationen Hinweise auf die Zusammenhänge zu geben.

„Die Verantwortung der Stadt Frankfurt am Main für Dotationskirchen wie den Dom erstreckt sich nicht nur auf den Unterhalt der Gebäude“, sagte Bergerhoff. „Selbstverständlich garantieren wir auch einen würdevollen Umgang mit Zeugnissen der Geschichte. Das Kassen- und Steueramt, das Amt für Bau und Immobilien sowie das Denkmalamt haben sich gemeinsam mit der Dompfarrei in vorbildlicher Weise um das Thema gekümmert.“

An der Südostseite des Doms wurden in diesem Jahr vier Fundamente erstellt, um dort einen Kran aufstellen zu können, der zur Reparatur des Sturmschadens am Dach des Doms benötigt wird. Bei den Erdarbeiten wurden die Gebeine nahe der Ostfassade des Südquerhauses gefunden. Sie stammen aus Friedhofsbestattungen aus der Zeit vor 1508. Umbettungen aufgrund baulicher Maßnahmen sind nichts Ungewöhnliches. Die Wiederbeisetzungen werden üblicherweise im Rahmen einer kleinen Zeremonie mit Segnung vorgenommen.

In den vergangenen Jahren wurden Dach und Fassaden des Doms umfassend saniert. Im letzten Teilabschnitt werden derzeit die Arbeiten an den niedrigen Bauteilen abgeschlossen. In den kommenden Monaten wird der Schaden behoben, der im Februar 2020 entstanden ist, als während eines Sturms ein Kranausleger in das Dach stürzte. Weitere Arbeiten stehen in der Vorhalle des Doms, am Dach des Dommuseums und an den Außenanlagen bevor. Innerhalb der Stadtverwaltung nimmt das Kassen- und Steueramt die Bauherrenfunktion für die Dotationskirchen wahr. Die Umsetzung der Baumaßnahmen und die Projektleitung liegen beim Amt für Bau und Immobilien.

(Text: PM Stadt Frankfurt)

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