Hand in Hand gegen Betrugsmaschen

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Im Bild (v.l.:) Annika Netzer (Schutzfrau vor Ort), Kundin, Apothekenmitarbeiterin, Michael Majewski (Schutzmann vor Ort) in der Weststadt Apotheke. (Foto: PP Südhessen)

Polizeipräsidium Südhessen stellt neue Präventionskampagne vor

Im Jahr 2020 erbeuteten Enkeltrickbetrüger und falsche Polizisten im Bereich des Polizeipräsidiums Südhessen geschätzte 4,5 Millionen Euro. Die in den letzten zwei Jahren angezeigten Betrugsfälle in diesen Deliktsbereichen sind im Polizeipräsidium Südhessen, im Vergleich zu den Vorjahren, signifikant gestiegen. Es wird davon ausgegangen, dass die Dunkelziffer – also die nicht angezeigten Fälle – zudem sehr hoch ist.

Wie gehen die Täter vor?

Kriminelle suchen sich gezielt ältere Menschen aus. Dafür werden Telefonbucheintragungen nach traditionellen Vornamen, Berufsbezeichnungen oder vollständigen Adressen durchforstet. Die Täter spekulieren darauf, dass ihre Opfer nicht gut informiert und einfach zu verunsichern sind.

In einem Telefonat können die psychologisch geschickten Täter Vertrauen aufbauen, indem sie sich als Enkel, Verwandte oder gar als Polizist ausgeben. Zusätzlich wird massiver emotionaler und zeitlicher Druck aufgebaut. Es werden Geschichten von festgenommenen Banden, die den Anrufer auf einer Liste hätten, erzählt, oder von dem kriminellen Bankangestellten, der das Vermögen an sich reißen will. Wahlweise melden sich auch falsche Polizisten und Staatsanwälte, die für einen Verwandten eine Kautionszahlung fordern, damit dieser nach einem verursachten tödlichen Unfall nicht ins Gefängnis muss.

Wie kann den Kriminellen das Handwerk gelegt werden?

Das Polizeipräsidium Südhessen berichtet regelmäßig über aktuelle Betrugsstraftaten und gibt Verhaltenshinweise.

Speziell für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Banken und Geldinstituten wurde als Hilfsmittel für den Verdachtsfall ein spezieller Fragekatalog, im Sinne eines Kommunikationsleitfadens konzipiert. Mithilfe dieser Checkliste kann erkannt werden, ob sich hinter einer Geldauszahlung eine kriminelle Forderung verbirgt.

Aktuell geht die Polizei im Bereich des Polizeipräsidium Südhessen proaktiv auf soziale Einrichtungen, Hilfsorganisationen, Apotheken und Arztpraxen zu, um dort mit entsprechendem Infomaterial auf diese Betrugsmaschen aufmerksam zu machen und zu warnen. Mit wenigen Worten und leicht verständlich macht der Flyer “Ihre Polizei warnt vor falschen Verwandten und Amtsträgern am Telefon” aufmerksam und zeigt auf, wie sich jeder vor Betrugsmaschen schützen kann.

Die großangelegte Präventionsoffensive findet eine breite Unterstützung innerhalb von Hilfsorganisationen. Soziale Einrichtungen und Pflegedienste an der Bergstraße sensibilisieren jetzt gezielt Seniorinnen und Senioren während des täglichen Umgangs. Zudem weitet die Polizei in Lampertheim, Viernheim, Bensheim, Heppenheim und Wald-Michelbach die Präventionskampagne auf Geschäfte, Arztpraxen, Sanitätshäuser und Apotheken aus. Eine der ersten Apotheken in Heppenheim ist die Weststadtapotheke (Bild). Weitere Apotheken und Einrichtungen werden folgen.

(Text: PM Polizei Südhessen)

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