Odenwaldkreis: Wort zum Jahreswechsel von Frank Matiaske und Rüdiger Holschuh

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Kreistagsvorsitzender Rüdiger Holschuh (links) und Landrat Frank Matiaske. (Grafik: Odenwalskreis)

Liebe Odenwälderinnen, liebe Odenwälder,

wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu, in dem die Corona-Pandemie über weite Strecken den Ton angegeben hat. Auch wir spüren persönlich und in unserem privaten wie beruflichen Umfeld die Belastung durch diese Krise und wünschten, sie wäre schon morgen zu Ende. Das wird nicht der Fall sein und so brauchen wir weiter Durchhaltevermögen und vor allem Solidarität.

Die Pandemie setzt unsere freie Gesellschaft enormen Spannungen aus. Wie wird sie sein, wenn diese Krise durchstanden ist? Wir setzen darauf, dass unser Gemeinwesen am Ende gestärkt aus dieser Zeit hervorgehen wird. Erstens, weil die Krise uns allen auf vielen Ebenen gezeigt hat, wie eng wir aufeinander angewiesen sind. Zweitens führt sie uns den Wert persönlicher Begegnungen neu vor Augen, gerade weil sie oft nicht möglich waren und sind. Und drittens beschleunigt die Krise wie ein Katalysator ohnehin stattfindende Prozesse, Stichwort Homeoffice und Online-Konferenzen.

Wir verkennen freilich nicht, dass die Pandemie mit riesigen Härten verbunden ist. Etwa in der Gastronomie, in Teilen des Einzelhandels, im Kulturleben, im Sport. Wir fordern Bund und Land auf, einen wirksamen und nachhaltigen Ausgleich finanzieller Verluste sicherzustellen. Alle, die sich ehrenamtlich im Vereinsleben engagieren, bitten wir herzlich, sich nicht entmutigen zu lassen und weiter tätig zu sein, wenn auch noch unter erschwerten Bedingungen.

Nicht verschweigen wollen wir, dass die Pandemie für manche Menschen in unserem Kreis wie ein Brandbeschleuniger für Vorurteile, Hass und Häme wirkt, die offen gezeigt und geäußert werden. Solcherlei Entgleisungen muss der Staat entgegentreten, wo immer dies geboten ist.

Doch es sind nicht nur Ordnungsämter, die Polizei oder Gerichte gefragt, sondern jede und jeder von uns. Einer gesellschaftlichen Verrohung entgegenzutreten, die es nicht nur im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gibt, müssen wir alle als Aufgabe begreifen. Wie wollen wir sonst gemeinsam künftige, größere Herausforderungen bewältigen?!

Aus der Corona-Pandemie zu lernen, heißt nicht nur, unser Gesundheitssystem im Dreiklang aus Öffentlichem Gesundheitsdienst, Krankenhaus und Ärzteschaft auf eine finanziell sicherere Basis zu stellen, sondern auch, politische Entscheidungsprozesse fest zu verankern, so dass sie auch in anderen Krisen effektiv sein können. Uns scheint dabei zweierlei von großer Bedeutung: Das ureigene Recht der Legislative darf durch Maßnahmen der Exekutive nicht ausgehebelt werden und es muss ein enger, für die Bürgerinnen und Bürger transparenter Austausch von Wissenschaft und Politik gewährleistet sein.

Die Pandemie greift nicht nur ins gesellschaftliche Leben durch, sondern in das persönliche Leben von uns allen. Wir sind in Gedanken bei allen, die einen Angehörigen verloren haben oder um seine Gesundung bangen, und wünschen allen Erkrankten eine rasche Genesung. Vielfach hat die Krise Lebenspläne zunichtegemacht, zumindest vorübergehend.

Liebe Odenwälderinnen und Odenwälder, angesichts dessen Ihnen ein „Gutes Neues Jahr“ zuzurufen, geht uns nicht leichtfertig über die Lippen. Wir möchten es ganz bewusst tun. Gerade jetzt. Wir wünschen Ihnen, Ihren Familien und Freunden alles, alles Gute im nächsten Jahr, auf dass ein Stück weit Normalität zurückkehrt und ein neuer Zusammenhalt spürbar wird.

Herzliche Grüße, 

Ihr Frank Matiaske, Landrat; Ihr Rüdiger Holschuh, Kreistagsvorsitzender

(Text: PM Odenwaldkreis)

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