EU und Stadt Offenbach fördern lebendige Quartiere und innovative Unternehmen

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(Symbolfoto: moritz320 auf Pixabay)

Innovative und kreative Unternehmen unterstützt die Stadt Offenbach mit ihrem Förderprogramm „Groundfloor“ bei der Existenzgründung, bei der Neuansiedlung oder bei anstehenden Investitionen zur weiteren zukunftsfähigen Entwicklung des Betriebs.

Von der Förderung profitieren jetzt zwei weitere neu gegründete Unternehmen sowie ein Atelier, das von Frankfurt nach Offenbach umzieht. Alle drei Projekte haben ihren Standort im Nordend und im Senefelder Quartier – und damit im Bereich des Städtebauförderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“ (vormals „Soziale Stadt / Hegiss). Für diese Gebiete hat die Stadt aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung Fördermittel eingeworben, um die lokale Gewerbestruktur zu stärken. Es stehen rund 300.000 Euro zur Verfügung, mit denen Investitionen von etwa 600.000 Euro angeschoben werden können.

Mit seinem Atelier zieht der international bekannte Künstler Jochen Hendricks aus Frankfurt an den Goetheplatz im Nordend und richtet dort im ehemaligen Schlecker-Markt eigene Atelierräume sowie Arbeits- und Verkaufsflächen für weitere Kreative ein. Britta Zubrod-Nikisch startet im Senefelder-Quartier mit einem Unverpackt-Laden. Sie stärkt damit den Trend weg von umweltbelastender Verpackung und hin zu neuen, nachhaltigen Handelskonzepten. Die Berns GbR, ein Kollektiv von vier Offenbacher Designern, wiederum werden im Nordend einen „Workspace“ für sich selbst und weitere designorientierte Kleinunternehmen einrichten. Diese drei Unternehmen zählen zu 13 weiteren aus den Bereichen Produktdesign, Handwerk, Fotografie, Einzelhandel, Event, Co-Working und Gastronomie, die bereits zuvor für eine Förderung durch das Programm „Groundfloor“ ausgewählt worden waren.

Die Auswahl erfolgte durch einen Förderausschuss, bestehend aus Fachleuten der Stadtverwaltung, der Industrie- und Handelskammer Offenbach, des Handwerks, des Quartiersmanagements und der Immobilienwirtschaft. „Eine solche fachlich basierte Zusammenarbeit ist mir nicht nur beim Masterplan oder bei der Obermeistertagung des Handwerks wichtig, sondern auch in unserem konkreten Alltagshandeln“, erläutert Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, der auch Wirtschaftsförderungsdezernent ist. „Wir setzen bei der Förderung einen Schwerpunkt auf die Entwicklung von Gewerbeflächen im Erdgeschoss, also dem Groundfloor in der englischen Sprache, die eine besondere Auswirkung auf die Qualität des öffentlichen Raums haben“, so Schwenke weiter.
Antragssteller werden im Vorfeld durch die Offenbacher Agentur Urban Media Project um Loimi Brautmann und Oliver Kremershof beraten. Die Agentur übernimmt auch das Marketing für das Förderprogramm „Groundfloor“. Projektleiter Dr. Matthias Schulze-Böing: „Grundsätzliches Ziel des Programms, das noch bis 2022 läuft, ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, neue Wege bei der Nutzung und Entwicklung von Gewerbeflächen zu gehen, vor allem in leerstehenden Ladenlokalen.“

Angesprochen sind Betriebe fast aller Branchen, insbesondere Handel, Dienstleistungen und Handwerk. Zuschüsse gibt es für Investitionen, aber auch für Beratung und Expertise, die Unternehmen zur Umsetzung ihrer Projekte benötigen. Besonderen Schwerpunkt legt das Programm darauf, Einzelhandelsflächen zu revitalisieren. Dabei zielt die Stadt nicht nur auf den Einzelhandel im traditionellen Sinn, sondern auch auf neue pfiffige Konzepte, die Handel mit Produktion, Dienstleistung, Gestaltung und Kommunikation verbinden. „Es geht darum, die Quartiere und den öffentlichen Raum lebendig zu halten, indem Wertschöpfung und Arbeitsplätze dort durch interessante Nutzungskonzepte gesichert werden“, so OB Schwenke.

Unternehmen, die gefördert werden, erhalten neben der finanziellen Unterstützung bei ihren Investitionen auch Zugang zu anderen kreativen Gewerbetreibenden in den Quartieren. Im Rahmen der Vernetzung treffen sie auf weitere Geförderte und Interessenten. Pandemiebedingt gab es zuletzt eine digitale Konferenz im November 2021. Aber auch reelle Treffen finden in den Räumen eines geförderten Start-Ups an der Ludwigstraße statt. „Dabei zeigt sich immer wieder, dass die EU-Mittel echten Mehrwert schaffen und die Standorte in den geförderten Quartieren aus Sicht der Unternehmen großes Potential haben“, kommentiert Berater Oliver Kremershof vom Urban Media Project.

Oberbürgermeister Schwenke freut sich, dass die eingeworbenen Programmmittel inzwischen fast vollständig gebunden werden konnten: „Kleinteilige, aber innovative Konzepte können wichtige Impulse geben, um eine vitale Wirtschaftsstruktur sowie lebenswerte und vielfältige Quartiere zu erhalten. Gerade das Beispiel des Unverpackt-Ladens zeigt, dass es uns gelingt, abstrakte Ziele von Quartiersbelebung, Ökologie und Wirtschaftsförderung in Projekten auch konkret zusammenzubringen. Daran werden wir mit unserer Wirtschaftsförderung auch in Zukunft intensiv weiterarbeiten.“ Zuletzt hatte die Stadt auch für den Wochenmarkt einen Unverpackt-Stand eingeworben.

Informationen zum Programm gibt es unter www.groundfloor.city.

(Text: PM Stadt Offenbach)