TSV Altheim hat im Meisterschaftskampf die besseren Karten gegenüber dem FV Eppertshausen

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Patrick Pesante (rechts) vom FV Eppertshausen hofft trotz der schlechteren Ausgangsposition weiter auf den Aufstieg in die KOL. (Foto: PS)

In der Fußball-Kreisliga A Dieburg wird die Entscheidung um die Meisterschaft zwischen Spitzenreiter TSV Altheim und dem Tabellenzweiten FV Eppertshausen fallen. Zu groß ist der Vorsprung der beiden Topteams auf die Konkurrenz. Die Altheimer haben derzeit bei vier Punkten Vorsprung auf den FVE die besseren Karten, am ersten Spieltag nach der Winterpause könnte bereits eine Vorentscheidung fallen.

Am 6. März treffen Altheim und Eppertshausen nämlich gleich im direkten Duell aufeinander. Auch wenn es bis dahin noch eine Weile hin ist, sehen die beiden Kapitäne der Spitzenmannschaften dem Gipfeltreffen bereits jetzt mit Spannung entgegen. Adel Ahmetovic trägt bei den Altheimern die Binde. Für Adel Ahmetovic, dessen Bruder Adis den TSV trainiert, ist es die siebte Saison beim TSV. Der 26-Jährige hat mit seinem Team in der Vergangenheit auch schon gegen den Abstieg gespielt. „Wenn man 15 von 17 Spielen gewinnt, kann man natürlich definitiv sehr zufrieden sein“, so Adel Ahmetovic, der als Außenverteidiger und als „Sechser“ zum Einsatz kommt. „Schließlich habe ich auch schon andere Zeiten miterlebt. Das ist ein Stück weit auch mein Projekt hier, daher freut es mich sehr, dass wir hier erfolgreich sind.“

Altheims Kapitän Adel Ahmetovic (rechts im Bild, links Dominik Bravic von Kickers Hergershausen) ist optimistisch in Sachen Meisterschaft. (Foto: PS)

Die Altheimer haben personell in der Vergangenheit kräftig aufgerüstet, schon im Sommer 2020 und auch vor Beginn dieser Saison. Mehrere Spieler haben Verbandsliga-Erfahrung. „Da ist natürlich sehr viel Qualität dazu gekommen.“ Davon würden auch jene Spieler profitieren, die schon länger dabei sind, weiß Adel Ahmetovic aus eigener Erfahrung. „Wenn das Niveau im Training steigt, passt man sich automatisch an.“ Zudem stimme es nicht nur auf dem Platz, auch die Rahmenbedingungen seien dank der Helfer in Vorstand und Abteilungsleitung gut.

Adel Ahmetovic ist optimistisch, dass es mit der Meisterschaft klappt. „Weil wir als Mannschaft gefestigt sind und die bessere Ausgangsposition haben. Ich glaube, dass wir uns das nicht mehr nehmen lassen.“ Vor allem beim Blick auf die Heimtabelle sei er entspannt. „Wir haben daheim noch keinen Punkt liegen gelassen“, so Ahmetovic, der aus der Jugend von Kickers Hergershausen stammt und auch schon für Germania Babenhausen und die TS Ober-Roden gespielt hat. Alle neun Spiele auf eigenem Platz hat der TSV, für den Pasquale Lauria als Dritter der Torschützenliste schon 16 Mal getroffen hat, gewonnen. Auch gegen Eppertshausen hat Altheim am 6. März Heimrecht.

Der 2:1-Hinspielsieg in Eppertshausen am 14. November nach einem 0:1-Rückstand sei schon so etwas wie das emotionale Highlight der Hinrunde gewesen. Sehr positiv ist Adel Ahmetovic aber auch das direkt darauffolgende 8:1 gegen die Spvgg. Groß-Umstadt in Erinnerung, als man sich nicht auf dem Eppertshausen-Erfolg ausgeruht hat. Adel Ahmetovic hat im Aktivenbereich nie höher als A-Liga gespielt, das würde er in der kommenden Saison gerne ändern.

Patrick Pesante, Kapitän des FV Eppertshausen, würde dies mit seinem Team gerne noch verhindern. Die Überzeugung, doch noch Meister zu werden, sei jedenfalls vorhanden. „Weil wir immer noch dran glauben und es einfach noch zu viele Spiele sind, als dass man schon sagen könnte, dass es das schon war“, meint Pesante. „Der Optimismus ist bei uns auf jeden Fall noch vorhanden. Das Ziel Aufstieg verfolgen wir weiter“, sagt der 33-Jährige, dessen Team 14 Siege eingefahren und drei Niederlagen kassiert hat. „Der Druck ist natürlich jetzt eher auf unserer Seite“, meint Pesante, auch mit Blick auf das Auftaktspiel in Altheim, bei dem sich der FVE eigentlich keine Niederlage leisten darf. „Ich glaube Marco ist ein Trainer, der uns perfekt auf so ein Spiel vorbereiten kann“, sagt Patrick Pesante in Richtung von Trainer Marco Saul. Von der Kaderstärke seien Eppertshausen und Altheim in etwa gleich einzuschätzen, so Patrick Pesante.

In den vergangenen zwei Jahren, als die Saisons jeweils nicht zu Ende gespielt werden konnten, verpassten die Epperthäuser den Aufstieg sehr unglücklich. In der Saison 19/20 hatte man aufgrund der Quotientenregelung gegenüber der SG Mosbach/Radheim, die nun in der Kreisoberliga Dieburg/Odenwald in der Spitzengruppe mitmischt, das Nachsehen. 20/21 lag das Saul-Team wieder vorne, im Herbst wurde die Saison dann unter- und später abgebrochen und nicht gewertet. Nun also der dritte Anlauf für Eppertshausen, bei dem erschwerend hinzu kommt, dass es diesmal für den Tabellenzweiten keine Relegation gibt. Nach den beiden Saisonabbrüchen hatte Patrick Pesante Bedenken, dass die beiden vergeblichen Anläufe größere Spuren beim FVE hinterlassen. Man habe die neue Aufgabe aber sehr schnell angenommen und auch überwiegend gute Leistungen gezeigt.

An das Topspiel Mitte November gegen Altheim denkt Patrick Pesante mit sehr gemischten Gefühlen zurück. „Da können wir uns wenig vorwerfen. Das war mit die stärkste Saisonleistung, durch eineinhalb unglückliche Einzelaktionen ging das Spiel verloren.“ Zudem verlor Eppertshausen gegen die Verbandsliga-Reserven der TS Ober-Roden (0:1, 19. September) und des SV Münster (0:3, 7. November). Positiv ist Patrick Pesante unter anderem die Leistung beim 3:1-Sieg beim FSV Groß-Zimmern in Erinnerung, bei dem man sich in der Vergangenheit oft schwer getan hat.

Patrick Pesante kam in acht Spielen zum Einsatz und erzielte drei Tore. Der gebürtige Eppertshäuser spielte in der Jugend nicht nur für den FVE, sondern auch für Germania Ober-Roden. Später war er neben seinem Heimatverein auch für den GSV Gundernhausen und den TSV Richen aktiv. Für die Richener lief er auch schon in der Kreisoberliga auf, wo er mit Eppertshausen, für die er seit 2013 wieder spielt, gerne auch hin will. „Je älter ich werde, desto weiter rücke ich nach hinten“, erzählt Patrick Pesante. Der gelernte Stürmer lief bereits unter dem früheren FVE-Trainer Dennis Stork im Mittelfeld auf, bei Marco Saul ist er mittlerweile auf der rechten Seite der Viererkette angelangt. In dieser Saison wurde er aber auch schon als Joker für den Sturm eingewechselt. Steht Pesante nicht auf dem Platz, dann trägt Danny Euler die Kapitänsbinde.

Noch einmal zurück zu Adel Ahmetovic, der es „absolut schade“ findet, dass auch aufgrund fehlender Relegation eines der beiden Topteams in Sachen Aufstieg auf der Strecke bleiben wird. „Wir gehören definitiv beide in die KOL.“

(Text: PS)

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