Sieg und Niederlage für Rodgauer HSG-Damen

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Siegtorschützin Nell Gotta (Foto: HSG Ridgau Nieder-Roden)

Verdienter 20:17-Heimsieg im Hessenderby: „Wir leben noch!“

Bis zur allerletzten Minute stand die Drittliga-Begegnung auf des Messers Schneide, ein enger Fight auf Biegen und Brechen. Fast das gesamte Spiel hatte keine der beiden Mannschaften mit mehr als zwei Toren vorn gelegen. Das änderte sich erst 43 Sekunden vor Schluss: Da gelang Nell Gotta das 19:16 und kurz darauf machte sie mit dem 20:17-Endstand endgültig den Deckel drauf. Dabei bewies die Nummer zehn der Rodgauerinnen ein sehr gutes Timing, sie erzielte vier ihrer insgesamt fünf Treffer in den Schlussminuten. Auch die wichtigen Tore 17 und 18 waren zuvor auf ihr Konto gegangen. Danach stand die RODAUSTROM Sportarena buchstäblich Kopf. Die meisten der knapp 170 Zuschauer feierten den letztlich verdienten 20:17-(9:8)-Erfolg der Baggerseepiratinnen über die HSG Gedern/Nidda. „Nell hat Verantwortung übernommen“, freute sich Ergün Sahin. „Unter dem Strich war es aber vor allem eine herausragende Mannschaftsleistung, die uns den Sieg beschert hat“, lobte der Nieder-Rodener Coach. „Alle Spielerinnen haben den Kampf von der ersten bis zur 60. Minute angenommen und unsere schmerzlichen Ausfälle kompensiert.“

Sahin spielte damit auf das Fehlen von Rückraum-Shooterin Pia Magnago an. Auch Christine Burgard (2/2) kam lediglich beim Ausführen von Siebenmetern zum Einsatz. Zu allem Überfluss gesellten sich auch noch zwei Ausfälle während des Spiels hinzu. Die starke Tamay Adanir (6/5) erhielt in der Overtime der ersten Halbzeit die Rote Karte. Ihren Wurf in den Block der Gäste werteten die Schiedsrichter als absichtlichen Kopftreffer. Und nach der Pause verletzte sich Lea Statzner bei einer Angriffsaktion so schwer an der Nase, dass sie ausscheiden musste. Auf diese Rückschläge zeigte das Team die richtige Reaktion. „Da haben alle anderen noch zwei oder drei Schippen draufgelegt“, betonte Ergün Sahin. „Hinten konnten wir eine überragende Abwehrleistung abliefern und vorne das umsetzen, was wir besprochen hatten“, resümierte der Coach. „Zudem haben wir diesmal unsere Chancen gut und geduldig herausgespielt.“

Besonders stolz war Ergün Sahin darüber, wie die jungen Spielerinnen in die Bresche sprangen. Exemplarisch hob er die A-Jugendliche Jule Krüger hervor. „Durch ihren Einsatz konnte Laura Keller etwas Luft holen – Jule hat ihren Job im mittleren Rückraum toll erledigt.“ Im gleichen Atemzug erwähnte der HSG-Trainer auch Leyla Götz, die erst seit 14-Tagen bei den Drittliga-Damen mittrainiert. „Sie ist für uns eine absolute Bereicherung und hat sich heute mit einer Top-Leistung in den Dienst der Mannschaft gestellt.“ Ergün Sahin zog ein rundum zufriedenes Fazit: „Wir haben den Hinspielsieg bestätigt und bewiesen, dass wir mit unserem Potenzial in die Liga gehören“, sagte er. „Dieses Wochenende wird gefeiert, ab Montag konzentrieren wir uns auf das nächste vorentscheidende Spiel.“

Kommenden Samstag (19.) wartet daheim um 19.30 Uhr mit Kleenheim-Langgöns ein weiterer Mitbewerber um den Klassenverbleib. Mit dem ersehnten Derbysieg gegen Gedern/Nidda haben die Baggerseepiratinnen schon mal ein starkes Signal gesendet: „Wir leben noch!“, bekräftigte Trainer Sahin.

Damen 2 – HSG Dietzenbach 30:43 (12:24)

Die Mädels der HSG Rodgau Nieder-Roden hatten letzten Samstag wohl einen gebrauchten Tag als sie gegen die Gäste aus Dietzenbach antraten.

Bis zur fünften Minute führten die Baggerseepiratinnen verdient mit 4:2 und hatten danach zwei Topchancen, ermöglicht durch eine gute Deckungsarbeit, auf vier Tore davon zu ziehen. Leider wurden beide nicht genutzt und die Gäste konnten ausgleichen und über 4:6 (9’), 6:11 (17’), 10:17 (24’) zu einem komfortablen 12:24 Halbzeitstand ausbauen. Es war ja nicht so, dass die Rodgauerinnen keine Torgefahr ausstrahlten, sie kreierten eine Torchance nach der anderen aber alleine in der ersten Spielhälfte wurden 13 klare Einschussmöglichkeiten vergeben.

Als das Schiedsrichtergespann zur zweiten Hälfte anpfiff, änderte sich nichts am Spielgeschehen: Die HSG´lerinnen vergaben klarste Torchancen, elf an der Zahl in der zweiten Halbzeit, während die Gäste im Gegenzug einen Treffer nach dem anderen landen konnten. Trotz des großen Frustpotenzials versuchten die Mädels bis zum Schluss alles um das Ergebnis erträglicher zu gestalten aber an diesem Tag war einfach „der Wurm drin“.
Nun heißt es „Mund abbuzze un weider geht’s“.

Am kommenden Samstag (19.) um 17 Uhr in der Halle der Claus von Staufenberg Schule werden die HSG´lerinnen den nächsten Anlauf starten, um gegen den direkten Tabellennachbar, die HSG Dreieich, zwei Punkte einzufahren.

Es spielten: E. Weisenbach (Tor), K. Anadon, V. Avemarie (2), M. Eichler (4), M. Grimm, L. Gutacker (6), A. Koch, K. Ochs, S. Ronschack, K. Schäufler (2), M. Thiam (3), M. Wohlfahrt (8), M. Wohlfahrt (5).

(Text: PM HSG Rodgau Nieder-Roden)

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