Sport integriert Hessen

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(Symbolfoto: svetlanasokolova auf freepik)

Das hessische Erfolgsprogramm wird erweitert. Ehemaliges Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ nun unter neuem Namen

Das von der Hessischen Landesregierung 2016 in Zusammenarbeit mit der Sportjugend Hessen gestartete Integrationsprogramm „Sport und Flüchtlinge“ wird 2022 unter dem Titel „Sport integriert Hessen“ fortgeführt. Neben Geflüchteten können ab sofort auch Menschen mit Migrationshintergrund sowie sozial benachteiligte Personen vom Sportförderprogramm des Landes Hessen profitieren. Städte und Gemeinden können die Förderungen von bis zu 40.000 Euro ab dem 1. März 2022 beantragen. Insgesamt stehen 2,4 Millionen Euro für das Integrationsprogramm zur Verfügung. Dies gab Sportminister Peter Beuth heute in Wiesbaden bekannt.

Sport bringt Menschen zusammen

„Sport hält nicht nur fit, er bringt vor allem Menschen zusammen und ist zugleich ein wichtiger Zugang zum sozialen und gesellschaftlichen Leben. Wir wollen unser Erfolgsprogramm ‚Sport und Flüchtlinge‘ jetzt für noch mehr Menschen in unserem Land öffnen. Bisher haben jährlich rund 300 Sport-Coaches in ganz Hessen als zentrale Türöffner und kompetente Ansprechpartner geflüchteten Menschen den Weg in Sportvereine geebnet. Die Erweiterung des Programms für Menschen mit Migrationshintergrund und sozialen Benachteiligungen soll dabei helfen, noch mehr Hessinnen und Hessen für unsere attraktive und integrative Vereinswelt zu begeistern. Gerade Kinder und Jugendliche haben besonders unter der Pandemie gelitten. Das Programm soll deshalb gerade für junge Menschen einen Startschuss für mehr Bewegung, Spiel und Spaß in unserem Land markieren“, so Sportminister Peter Beuth.

Kernelement der Erweiterung ist die Förderung für Menschen mit Migrationshintergrund und sozial benachteiligter Personen sowie die Änderung der Bemessungsgrundlage. Die Förderhöhe wird fortan über die Anzahl der, bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Regelleistungsberechtigten und nicht mehr allein über die Anzahl aufgenommener Geflüchteter bemessen. Zentrales Element bleiben weiterhin die rund 300 Sport-Coaches, die von der Sportjugend Hessen speziell ausgebildet werden, um gezielte Angebote vor Ort zu schaffen und als unterstützende Bindeglieder zwischen den Zielgruppen und den Sportvereinen zu wirken. Eine gemeinsam mit der Sportjugend Hessen vorgenommene Evaluation der Praxiserfahrungen der Sport-Coaches hatte ergeben, dass eine stetig zunehmende und über die Zielgruppe hinausgehende Nachfrage für das Landesprogramm besteht und dieses entsprechend erweitert werden sollte.

„Als Sportjugend Hessen sind wir hocherfreut über die Neuausrichtung des Förderprogrammes ‚Sport integriert Hessen‘. Mit dem neuen Landesprogramm geht das Sportland Hessen wieder einmal innovative und zeitgemäße Wege. In der vertrauensvollen Zusammenarbeit vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport mit der Sportjugend Hessen wurde das Förderprogramm bereits in der Vergangenheit stets an neue Gegebenheiten angepasst und weiterentwickelt. Mit dieser Neuausrichtung stützen wir einmal mehr unsere Gesellschaft. Davon profitieren die Menschen, vor allem Kinder und Jugendliche, bei denen der Zugang zum Sport oft am Geld scheitert. Damit können wir die integrative Kraft des Sports zukünftig noch breiter und damit besser nutzen. Denn Teilhabe sollte nicht an finanziellen Mitteln scheitern“, so Juliane Kuhlmann, Vorsitzende der Sportjugend Hessen.

Hintergrund: Sechs Jahre Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“

Um die integrative Kraft des Sports vor Ort zu stärken und gleichzeitig die hohe Bereitschaft der Menschen, sich ehrenamtlich im Bereich der Flüchtlingsarbeit zu engagieren, zu unterstützen, hat die Hessische Landesregierung 2016 das Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ in Zusammenarbeit mit der Sportjugend Hessen aufgesetzt. Neben Sport- und Bewegungsangeboten von Sportvereinen und anderen Institutionen wurde insbesondere der Einsatz von Sport-Coaches für die Flüchtlingsarbeit gefördert. Diese stellen den Kontakt zwischen Sportvereinen, Asylbetreuung, Flüchtlingsunterkünften und Flüchtlingen her. In der ersten Zeit begleiten sie Flüchtlinge zu Sportangeboten. Seit 2019 wurden darüber hinaus Ausbildungs- und Qualifikationsmaßnahmen sowie die Aufwandsentschädigung für einen Sport-Coach mit persönlicher Zuwanderungsgeschichte im Rahmen des „Sport-Coach-Tandems“ gefördert. Städte und Gemeinden konnten so Pauschalförderungen von bis zu 30.000 Euro abrufen. Zusätzliche Mittel standen noch für Erstaufnahmeeinrichtungen, Sport-Coach-Tandems sowie Ausbildungs- und Schulungsmaßnahmen zur Verfügung. Seit 2016 wurden rund 1.300 Förderungen mit einem Gesamtvolumen von rund 12 Millionen Euro bewilligt. 296 hessische Gemeinden haben in den letzten sechs Jahren an dem Förderprogramm teilgenommen. 2018 wurde das bundesweit einmalige Förderprogramm mit dem #BeInclusiv Sport Award der Europäischen Union ausgezeichnet. Das Förderprogramm beruht auf einem im Jahr 2015 in drei Gemeinden durchgeführten Modellprojekt der Sportjugend Hessen.

Weitere Informationen finden Interessierte unter https://innen.hessen.de/Sport/Integration-und-Gewaltpraevention/Sport-integriert-Hessen
sowie https://www.sportjugend-hessen.de/integration/sport-integriert-hessen/das-programm-sport-integriert-hessen/.

Ansprechpartner bei der Sportjugend Hessen ist Volker Rehm, E-Mail: sport-coach@sportjugend-hessen.de

(Text: PM Hessisches Ministerium des Innern und für Sport)

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