Richard Horatio Edgar Wallace – Seine Afrika-Romane

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Richard Horatio Edgar Wallace (1. April 1875 – 10. Februar 1932) war ein britischer Schriftsteller.

Als uneheliches Kind in London in Armut geboren, verließ Wallace die Schule im Alter von 12 Jahren. Mit 21 Jahren trat er in die Armee ein und war während des Zweiten Burenkrieges Kriegsberichterstatter für Reuters und die Daily Mail. Verchuldet verließ er Südafrika, kehrte nach London zurück und begann, Krimis zu schreiben, um sein Einkommen aufzubessern, und veröffentlichte Bücher wie The Four Just Men (1905). Ausgehend von seiner Zeit als Reporter im Kongo, wo er über die belgischen Gräueltaten berichtete, schrieb Wallace Kurzgeschichten in Zeitschriften wie The Windsor Magazine und veröffentlichte später Sammlungen wie Sanders of the River (1911).

Diese Kurzgeschichtensammlungen, zwölf an der Zahl, werden neu herausgegeben. Der Verlag Saphir im Stahl hat sich der Kurzgeschichtensammlungen angenommen und veröffentlicht von Januar bis Dezember ein Buch aus der Reihe. Simon Faulhaber gestaltete die Titelbilder, die sich alle ähneln und dennoch unterschiedlich sind. Ein kleiner Gimmick ist, dass er auf dem Buchrücken nur einen Buchstaben aus dem Namen Edgar Wallace schrieb. Auf diese Weise kann man den vollständigen Namen des Autors lesen, wenn die Reihe vollständig im Regal steht.

Im Mittelpunkt der meisten Erzählungen steht Bezirksamtmann Sanders. Er ist ein britischer Kolonialbeamter. Seine Aufgabe ist es, in den britischen Kolonien in Afrika, Recht und Ordnung durchzusetzen. Nebenbei erfährt der Leser zwischen den Zeilen viel über den Kolonialismus vor der Zeit des ersten Weltkrieges. Als Kolonialismus wird die Inbesitznahme auswärtiger Territorien und die Unterwerfung, Vertreibung oder Ermordung der ansässigen Bevölkerung durch eine Kolonialherrschaft bezeichnet. Kolonisten und Kolonialisierte stehen einander dabei kulturell in der Regel fremd gegenüber. Zwar wird Sanders als Bezirksamtmann in die Hauptrolle gedrängt. Er ist bemüht, den Frieden der afrikanischen Stämme aufrecht zu erhalten und weiße Händler und deren Ausbeutungsabsichten fern zu halten.

Es ist eine Zeit, in der die großen Weltmächte um koloniale Ehren wetteifern, eine Zeit des Ju-Ju, der Medizinmänner und eines unruhigen Friedens mit Bosambo, dem beeindruckenden Häuptling der Ochori. Als Kommissar Sanders in Urlaub geht, übernimmt der vertrauenswürdige Leutnant Hamilton die Verwaltung der afrikanischen Territorien. Doch wieder einmal schafft es der störanfällige Francis Augustus Tibbetts, genannt “Bones”, obwohl er eigentlich helfen will, nur seine eigene Art von unschuldigem und liebenswertem Unfug zu verbreiten.

Übersicht der Afrikaromane

1911 Sanders Of The River  Sanders vom Großen Fluss, 1929

1911 The People Of The River  Die Eingeborenen vom Großen Fluss, 1929

1913 The River Of Stars  Der Diamantenfluss, 1937

1914 Bosambo Of The River  Bosambo vom Großen Fluss, 1926

1915 Bones  Bones, 1928

1917 The Keepers Of The King’s Peace  Bewahrer des königlichen Friedens, 1929

1 918 Lieutenant Bones  Lieutenant Bones, 1927

1921 Bones in London  Bones in London, 1928

1922 Sandi the Kingmaker  Sanders der Königsmacher, 1928

1923 Bones of the River Bones vom Großen Fluss, 1927

1926 Sanders  Sanders, 1951

1928 Again Sanders  Nochmal Sanders, 1931