German Americana

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Foto: T. Willer

Die Americana Musik wird auch in Europa immer beliebter. Wer gern Songs von Bruce Springsteen, Tom Petty oder John Hiatt hört dem lege ich den deutschen Singer/Songwriter Jack McBannon alias Thorsten Willer ans Herz. Der aus Wuppertal stammende Songpoet verbrachte zwischen 2005 und 2010 Teile der Jahre in Seattle und Los Angeles und ging danach durch die USA, Kanada, Europa und Russland auf Tour. Während dieser Zeit wurden verschiedene Alben, EPs und Singles veröffentlicht, die meisten davon auf Englisch, aber zwei Alben, die 2014 und 2017 veröffentlicht wurden, mit deutschen Texten und unter dem Namen “Willer”. Sein neustes Projekt “True Stories” hat aber einen anderen – einen internationalen Ansatz. Auf wirklich faszinierende Weise verbindet das neue Album Americana mit Blues, Folk, Country und Rock und betont McBannons Hauptinspirationsquellen: “Ich wurde immer in erster Linie von amerikanischen Künstlern beeinflusst, im Grunde musste ich dafür die Schritte meiner Helden nachvollziehen”.

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McBannon spricht gerne über seine Zeit im “Marco Polo Motel” in Seattle, wo er mehrere Monate lebte und der auch Kurt Cobain oft als Rückzugsort diente, um der Hektik über seine Person zu entfliehen. Dies und die Verbindung, die er mit Cobain empfindet – er ist eines seiner Idole aus der Kindheit – sind das Thema des Songs ‘Motel 81’, einer der erwähnten ‘True Stories’. McBannon: “Das Motel war perfekt für mich, es war billig, liegt am Stadtrand und von dort aus konnte man so gut wie alles machen, was man wollte. Und ich liebte dieses Roadmovie-Flair, das das Motel ausstrahlt.”

Der Name des neuen Albums ist Programm. Mit “True Stories” hat Singer/Songwriter Jack McBannon ein Album mit Songs veröffentlicht, die buchstäblich von seinem eigenen Leben geschrieben wurden. “Jedes Lied erzählt eine Geschichte, die wirklich so passiert ist”, erklärt er und verweist auf seine 20-jährige Musikerzeit auf der Straße, in der sich die Texte dank einer Vielzahl von Erlebnissen praktisch selbst geschrieben haben.

“True Stories” enthält insgesamt elf Songs. Neben dem großartigen traditionellen Foot-Stomping-Blues “Walking In The Dark” und “The Snowflake” mit seiner dichten Atmosphäre muss man auch “An Outlaw`s inner Fight” erwähnen, die erste Single mit Video, das am 1. Oktober 2020 veröffentlicht wurde. “Dieses Outlaw Country-Lied schildert den inneren Kampf von Gut gegen Böse und es geht auch darum, nicht auf sich selbst zu verzichten, sondern an deine innere Stärke zu glauben. Genau das gilt auch, wenn du dein Album auf eine Art Outlaw-Art produzierst und das meiste davon selbst machen willst.”
Mit anderen Worten: McBannon hat nicht nur alle Songs und Texte geschrieben; er spielte auch jedes einzelne Instrument auf der Platte. Er produzierte auch sein Album, schuf das Cover-Artwork, produzierte und bearbeitete die Musikvideos und filmte sogar einige davon selbst. Einzige Ausnahme: Die Trommeln wurden von Jens Dreesen gespielt, der auch “True Stories” in der “Skyline Tonfabrik” in Düsseldorf mischte.

Keine Frage, alles über Jack McBannons tolles neues Album ist authentisch, berührend und sehr real. Vom Artwork über die Musik und die Texte. Nur ein weiterer Grund, warum sein programmatischer Titel “True Stories” mehr als gerechtfertigt ist. Volle Punktzahl!