Mit Flexibilität zum Erfolg

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„Praxis Junior“ – ein maßgeschneidertes Vermittlungsprojekt für junge Erwachsene

„Das passt genau! Eine innovative, flexible und erfolgreiche Maßnahme!“ – So sehen die Teilnehmenden, die Job-Coachs der F+U gGmbH und auch die Vermittlungscoachs des Kommunalen Job-Centers (KJC) Odenwaldkreis „Praxis Junior“.

Von Januar bis Juni dieses Jahres hatte sich die F+U Rhein-Main-Neckar gGmbH in Michelstadt erneut der Vermittlung junger Menschen ohne Ausbildung oder Arbeit angenommen. Auftraggeber war das KJC. Mit kreativem und an die Lebenswelt der Teilnehmenden angepasstem Konzept wurden erneut junge Erwachsene bis 25 Jahren auf ihrem Weg in Ausbildung oder Arbeit begleitet. Häufig sind es junge Leute mit Migrationshintergrund und sprachlichen Defiziten, die so die Chance bekommen, sich unter professioneller Anleitung weiterzuentwickeln und den Sprung in den Arbeitsmarkt zu schaffen.

Dabei konzentriert sich das Team des Maßnahmenträgers auf drei zentrale Themenfelder. Zum einen geht es um das Herausfiltern der Fähigkeiten und Kompetenzen, die ein Jugendlicher mitbringt und aus denen seine beruflichen Möglichkeiten resultieren. Auch die Bereitschaft zur Mobilität sowie gesundheitliche Einschränkungen spielen dabei eine Rolle.

In einem zweiten Schritt werden Bewerbungsunterlagen so individuell erstellt, dass die vorhandenen Stärken der jungen Leute bestmöglich herausgearbeitet werden und die Bewerber vor allem für regionale Unternehmen interessant werden. Dabei sind Geduld, Empathie und Fingerspitzengefühl gefragt.

Drittens geht es darum, durch individuelle Hilfen, beispielsweise über Praktika zur Berufserkundung oder durch persönliche Präsentation, den beruflichen Einstieg zu erleichtern. Vorbereitende Coachings für Vorstellungsgespräche oder Kommunikationstrainings zur Vergrößerung des Sprachschatzes stärken dabei das Selbstbewusstsein der Teilnehmenden und erhöhen die Jobchancen.

Ein wesentlicher und ausschlaggebender Punkt für den Erfolg der Maßnahme ist aber immer noch die konzeptionell verankerte Flexibilität in der Arbeit mit den Teilnehmenden und der Freiraum, der den Maßnahmencoachs in der Ausgestaltung ihrer Arbeit gewährt wird. Neben sozialer Gruppenarbeit zur Nutzung gruppendynamischer Effekte sind individuelle Beratung und Betreuung jederzeit realisierbar – je nach Bedarf und mit Blick auf die aktuelle Situation.

So konnte eine 24-jährige Teilnehmerin durch „Praxis Junior“ erfolgreich in eine Ausbildung vermittelt werden. Zuvor hatte sie bereits mehrere Maßnahmen durchlaufen und viele Rückschläge hinnehmen müssen. Gemeinsam mit dem Job-Coach erarbeitete sie professionelle Bewerbungsunterlagen für verschiedene Berufsfelder. Sie absolvierte ein Kurzzeit-Praktikum in ihrem Wunschberuf, allerdings ohne nachhaltigen Erfolg. Mit Hilfe der Coachs suchte sie nach alternativen Ausbildungszweigen und bekam kürzlich ein Ausbildungsangebot im Einzelhandel. In einem anderen Fall führten gezielte Übungen und die Vorbereitung auf einen Einstellungstest zum Erfolg und zur Unterschrift eines Vertrages zur Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte.

Mit Unterstützung von „Praxis Junior“ können mit allen Teilnehmenden die richtigen Weichen gestellt werden, um zukünftig nicht mehr auf SGB-II-Leistungen angewiesen zu sein, beruflich Fuß zu fassen und sozial anerkannt und integriert zu sein.

Fragen zur Maßnahme beantworten die zuständige Verantwortliche im Kommunalen Job-Center, Stefanie Weber, Telefon: 06062 70-1570, E-Mail: s.weber@odenwaldkreis.de, sowie die Regionalleiterin der F+U Rhein-Main-Neckar gGmbH in Michelstadt, Ursula Schmidt, Telefon: 06061 943717, E-Mail: ursula.schmidt@fuu.de.