780 Impfungen beim ersten Aktionstag in der Kulturhalle Ober-Roden

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Das Interesse an der Impfaktion in der Kulturhalle war groß. Die Schlange der Wartenden reichte am Samstagvormittag bis zur Trinkbornschule. (Fotos: PS)

Bei der Corona-Impfaktion im Foyer der Kulturhalle haben sich am Samstag 780 Menschen immunisieren lassen. Die meisten kamen für einen „Booster“, es gab aber auch Erstimpfungen. Aufgrund eines verspäteten Beginns mussten trotz vorheriger Terminvergabe längere Wartezeiten in Kauf genommen werden.

Den Anteil der Erstimpfungen schätzte Nasrat Ander auf 20 Prozent. Ander ist Geschäftsführer der MVZ MedicalCare GmbH, die schon seit geraumer Zeit die Testzentren in der Kelterscheune und in der Kulturhalle betreibt und nun auch die Impfaktion organisierte. Das Unternehmen war mit einem vierköpfigen Ärzteteam vor Ort. Hinzu kamen vier weitere Helfer. Verimpft wurden Biontech, Moderna und bei den Erstimpfungen vereinzelt auch Johnson & Johnson. Biontech ging überwiegend an die Gruppe der unter 30-Jährigen.

Die Warteschlange reichte am Samstagvormittag bis zur Trinkbornschule. So gab es unter den Wartenden einerseits Lob für das Angebot, das beispielsweise als willkommene Alternative zu einem Booster-Termin im Januar oder Februar beim Hausarzt diente. Andererseits sorgten die Wartezeiten auch für Verärgerung. Statt wie angekündigt um 9 Uhr ging es erst eine halbe Stunde später mit den ersten Impfungen los. In den sozialen Medien bat die Stadt im Namen der MVZ MedicalCare GmbH um Entschuldigung für die Verzögerungen. Facebook-Nutzer lobten die Freundlichkeit der Mitarbeiter, sprachen aber auch von Wartezeiten von bis zu zwei Stunden, obwohl sie vorher einen Termin vereinbart hatten.

780 Impfungen wurden am Samstag im Foyer der Kulturhalle durchgeführt. Für Steffen Schwaar war es die Boosterimpfung. (Foto: PS)

So stand beispielsweise Dragica Zrilic aus Jügesheim gegen 11 Uhr noch ziemlich am Ende der Schlange, obwohl sie ihre Boosterimpfung zu diesem Zeitpunkt eigentlich bereits hätte erhalten haben sollen. „Was soll’s, wir können froh sein, dass so etwas überhaupt angeboten wird“, meinte Zrilic, die von ihrer in Urberach lebenden Tochter auf den Kulturhallentermin aufmerksam gemacht worden war. Sie hatte zwar auch schon an einer anderen Stelle einen Termin ausgemacht. Der wäre allerdings erst im Januar gewesen. Auch Rudi Schrei, der in der Nähe in der Schlange stand, nahm die Verzögerungen recht locker. Obwohl er für kommendes Wochenende schon einen Termin im Impfzentrum Heusenstamm ergattert hatte, wollte er eigentlich die sich kurzfristig ergebende Gelegenheit zur Booster-Impfung in seinem Heimatort wahrnehmen. Den Heusenstamm-Termin hätte er dann abgesagt. Da ihm die Warterei dann aber zu lange dauerte, geht es kommenden Sonntag nun doch ins Impfzentrum des Kreises.

Bürgermeister Jörg Rotter war am Samstag ebenfalls vor Ort. Er ist dankbar für die beiden Sonderimpfaktionen, für die am vergangenen und am kommenden Samstag insgesamt 2.000 Impfstoffdosen zur Verfügung stehen. Diese würden unter anderem mithelfen, die Hausärzte zu entlasten. Der Bedarf vor allem an Booster-Impfungen sei schließlich groß. Die Schließung der Impfzentren Ende September sei „ein grob fahrlässiger Fehler“ gewesen, kritisierte der Bürgermeister. Jörg Rotter kündigte am Samstag an, wegen der Verzögerungen bei der Impfaktion noch einmal das Gespräch mit den Verantwortlichen der MVZ Medical Care GmbH zu suchen, damit es beim zweiten Termin am kommenden Samstag in Urberach nicht mehr zu längeren Wartezeiten kommt.

Deren Geschäftsführer Nasrat Ander gab zu, dass es am Samstag in organisatorischer Hinsicht noch an der ein oder anderen Stelle hakte. Er warb aber auch um Verständnis. Das Unternehmen betreibt mehrere Arztpraxen und derzeit auch zehn Testzentren im Rhein-Main-Gebiet, eine Impfaktion in dieser Größenordnung habe man aber erstmals durchgeführt. „Die Stadt ist auf uns zugekommen, ob wir eine Impfaktion machen können. Das war für uns ein Pilotprojekt, wir haben viel gelernt“, meinte Nasrat Ander, der mit seinem Team am Samstag bis 19.30 Uhr, statt wie geplant bis 18 Uhr impfte. Auch ohne Termin war eine Impfung möglich. Am kommenden Samstag werde man personell auch noch etwas aufstocken.

Froh war das Impfteam unter anderem darüber, dass man bei einigen Erstgeimpften durch Gespräche Vorbehalte vor der Impfung abbauen oder auch die Angst vor der Spritze nehmen konnte und diese am Samstag keinen Rückzieher machten.

(Text: PS)

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